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  • Kleben Sie Ihre Webcam ab?13. März 2017

    Eigentlich haben wir es schon immer gewusst oder zumindest geahnt. Dazu hätten wir die Veröffentlichung von Wikileaks gar nicht benötigt. Kaum ein internetfähiges Gerät ist vor Spionen sicher.

    Viele Anwender werden mit den Schultern zucken: «Ich habe nichts zu verbergen. Sollen sie doch.» Bloss, was Geheimdienste können, bringen auch Kriminelle (früher oder Später) zustande. Hier lauert die wirkliche Gefahr. Nisten sich Viren ein, ist der virtuelle Husten oft heftig.

    Die meisten Unternehmen schützen ihre IT nach den besten Standards. Zuhause im privaten Rahmen regiert jedoch oft der Schlendrian. Updates werden auf St. Nimmerleins-Tag verschoben, notwendige Sicherheitslücken nicht geschlossen und Virenprogramme nicht erneuert. So schlimm wird es wohl nicht sein. Oder etwa doch? Facebook-Chef Mark Zuckerberg oder der FBI-Chef James Comey beispielsweise decken sogar ihre Webcams ab. Sie wissen sicher weshalb.

    Paul Felber

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  • Gute Miene zum bösen Spiel06. März 2017

    Klar ziehe ich mich gerne chic an. Der Gang in ein Kleidergeschäft gehört jedoch nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Die Modeberaterin kommt so richtig in Fahrt weil Frau ja merkt, dass dem männlichen Gegenüber etwas Beratung gut tun würde. Sehr schnell ist der eigentliche Grund für den Besuch, Kauf einer neuen Hose, abgehackt. Der Pullover würde noch gut zu dieser Hose passen oder diese Sorte Hemden seien auch sehr bequem. Das Stimmungsbarometer hatte auch schon andere Werte, zumal die holde Angetraute nun mit der Verkäuferin unter einer Decke zu stecken scheint. Gute Miene zum bösen Spiel lautet nun die Devise, zumal eine Flucht aussichtslos scheint. Der Rückzug aus dem Kleidergeschäft ist vergleichbar mit einem Säcke schleppenden Maultier. Mitleidige Seitenblicke inklusive. So, das war es für das nächste Halbjahr. Dabei hatte die Modeberaterin nur ihren Job gemacht. Und dies angesichts der neuen Auswahl, die zu Hause im Schrank verstaut wird, offenbar nicht so schlecht. Der einzige Trost ist, dass ich offenbar nicht der Einzige des männlichen Geschlechtes bin, dem es vor solchen Shopping Touren graut.

    Beat Christen

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  • O du unausweichliche – Die Omnipräsenz der Fasnacht.27. Februar 2017

    Egal ob man sich für oder gegen die Teilnahme entscheidet, diese eine Woche im Jahr gehört der Zentralschweizer Fasnacht.

    Ausgedehnt wird die grundsätzlich auf eine Woche festgelegte Fasnacht mittlerweile auf eine, insbesondere im Vorlauf, unbestimmte Zeit. Die Vorbereitungen beginnen oftmals bereits ein Jahr im Voraus – ganz nach dem Motto die Fasnacht ist tot; lang lebe die neue Fasnacht. Die Bälle beginnen bereits kurz nach der Silvester-Party und damit weit vor dem eigentlichen Zeitfenster. Für Fasnachtsbegeisterte fängt damit die ganz grosse Zeit an.

    Was machen jedoch diejenigen, die sich nicht am Fest beteiligen möchten? Von den Vorläufern lässt es sich ja noch retten, da ohne Interesse eigentlich keine Gefahr besteht in irgendeiner Form involviert zu werden. In der Woche vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch ist die Fasnacht jedoch unumgänglich. Es gibt in der Zentralschweiz keine Tageszeitung, die nicht von ihr berichtet; kein Medium, in der sie nicht Thema ist und insofern man sich nicht Zuhause einschliesst, gibt es kein Ausgehen ohne dem Konfetti-Regen ausgeliefert zu sein.

    Fasnacht – Omnipräsenz, wie kein anderes Thema in der Schweiz.

    June Duso

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  • Finger weg! Das ist meiner.20. Februar 2017

    Nonverbale Kommunikation. Dieses Thema taucht in unserem Blog regelmässig auf. Sie hat eine grosse Wirkung, wird aber häufig nicht wirklich reflektiert.

    Ein junges Paar ist zu einer Party eingeladen. Die wenigsten Gäste kennen einander persönlich. Das Pärchen betritt den Saal und bleibt zuerst etwas zögernd beim Eingang stehen. Es mustert kurz die Anwesenden. Die Frau dreht sich zu ihrem Mann um, rückt ihm schnell den Hemdkragen zurecht und wischt ein imaginäres Staubkörnchen von seiner Schulter. Eine kleine Geste mit grosser Wirkung.

    Alle Frauen im Raum verstehen nämlich die Botschaft, die damit verknüpft ist, sofort. «Finger weg! Das ist meiner.»

    Paul Felber

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  • Das «Narrativ» ist entscheidend13. Februar 2017

    Der Bauch entscheidet nicht nur beim Essen, sondern auch bei Abstimmungen. Es spielt keine Rolle, ob eine Vorlage kompliziert ist oder nicht. Ausschlaggebend ist, ob wir dem Absender glauben und seine Begründung überzeugt.

    Statt Begründung, Darstellung oder Argumentation verwenden wir heute gerne den Begriff «Narrativ». Es ist zu einem Modewort geworden, das mehrheitlich zur Bezeichnung von Dingen verwendet wird, die es schon gab, aber anders benannt wurden: als Erzählung, Darstellung, Begründung, Rechtfertigung.

    Der Begriff «Narrativ» meint jedoch mehr als eine Kurzerzählung. Er ist auf einer höheren Ebene angesiedelt. «Narrativ» bezeichnet die Geisteshaltung, die einer Geschichte zugrunde liegt. Bei einer Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform beispielsweise stehen zwei Möglichkeiten zur Diskussion. Man kann eine Angstmacherkampagne von abwandernden Firmen führen oder das «Narrativ» der «Erfolgsgeschichte Schweiz» in den Vordergrund rücken. Angstmacherei hat bei den Stimmberechtigten noch nie verfangen.

    Paul Felber

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  • Smileys ersetzen «Ironie-Zeichen»06. Februar 2017

    Körperhaltung, Mimik, Gestik oder Intonation sind wesentliche Faktoren der Kommunikation: Im schriftlichen Verkehr entfallen sie. Smileys sind deshalb eine hilfreiche Ergänzung, wenn es darum geht, in der kühlen Welt der schriftlichen Sprache Gefühle auszudrücken. Emojis, Emoticons oder Smileys – egal wie sie genannt werden – haben sich in der schriftlichen Kommunikation einen festen Platz erobert.

    Geradezu ideal sind sie für ironische Texte. Eine nicht ganz ernst gemeinte Bemerkung, gefolgt von einem Smiley; Schon ist das Problem gelöst. Die seit jeher so schmerzlich vermissten Ironie-Zeichen haben auf indirektem Wege doch Eingang in unsere Sprache gefunden.

    Paul Felber

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  • Leserbriefe à discretion30. Januar 2017

    Vor bedeutenden Abstimmungen werden die Leserbriefspalten der Zeitungen jeweils geflutet. Vor allem Kantons- oder Landräte tun sich hier hervor und geben ihre Abstimmungsempfehlungen ab. In den Gesetzgebungsprozess auf nationaler Ebene waren sie zwar nicht involviert, trotzdem wissen sie offenbar bis ins letzte Detail Bescheid. Oder etwa doch nicht?

    Wer selber schon in Abstimmungskomitees mitwirkte, hat da leise Zweifel. Zum festen Repertoire einer Kampagne gehört nämlich die Suche nach politischem Personal, das bereit ist, vorgefertigte Leserbriefe zu unterzeichnen und abzuschicken. Das mag problematisch erscheinen. Aber nicht jedermann kann seine Gedanken gut in Worte fassen. Manche Politikerinnen und Politiker sind deshalb dankbar für Formulierungshilfen.

    Ghostwriting, sei dies für Reden, Kolumnen oder Leserbriefe, gehört zum Alltag von Kommunikationsagenturen.

    Paul Felber

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  • E-Mail-Knigge23. Januar 2017

    1971 wurde die erste E-Mail versandt. Heute, rund 46 Jahre später, fluten täglich fast 220 Milliarden E-Mails die Postfächer ihrer Benutzer. Jeder Büromitarbeiter erhält pro Tag im Schnitt 131 E-Mails. 45 Prozent des weltweiten E-Mail-Traffic ist Spam. Wichtig ist daher die Befolgung ein paar wichtiger Regeln:

    • Sparsamer Umgang mit der Funktion «Antwort an alle»
    • Aussagekräftiger Betreff
    • Anrede und Grussformel gehören dazu
    • E-Mails müssen knapp und präzise sein
    • Kurze Sätze, Absätze bei längeren Texten
    • «Keep it simple»: Emoticons und Bilder sparsam verwenden
    • Dringende Informationen per Telefon
    • E-Mails schnell beantworten

    Philipp Hodel

    PS: Auch die erste Massenmailsendung ist überliefert. 1978 verschickte sie der Computerhändler Gary Thuerk an 600 Empfänger.

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  • Nichts als die Wahrheit16. Januar 2017

    «Fake News»: ein derzeit inflationär verwendeter Begriff. Es handelt sich um bewusst produzierte Falschmeldungen, die sich viral verbreiten und eigens zu diesem Zwecke produziert wurden. Dahinter steht sowohl finanzielles als auch politisches Interesse. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten und der globalen Vernetzung kann inzwischen praktisch jedermann solche Meldungen herstellen und streuen. Es ist ein relativ neues und zunehmend relevantes Problem. Erkannt hat dies unter anderem Facebook. Das grösste soziale Netzwerk hat daher die Zusammenarbeit mit einem Berliner Recherchebüro angekündigt, das Meldungen prüfen und gegebenenfalls mit einem Warnhinweis versehen soll. Eine objektive Grenze zu ziehen, ist aber schwierig. Denn worin besteht beispielsweise der Unterschied zu den Klatschzeitschriften mit ihren auf die Spitze getriebenen Schlagzeilen oder an den Haaren herbeigezogenen Geschichten? Sicher ist, die Diskussionen haben eben erst begonnen.

    Philipp Hodel

    PS: Was aber nicht geht: Meldungen als Fake News – zu gut Deutsch «Lügenpresse» – zu bezeichnen, nur weil sie einem nicht in den Kram passen. Ein kurzer Blick auf den Twitter-Account von @realDonaldTrump genügt, um zu sehen, was ich meine.

     

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  • Der beste Blogbeitrag aller Zeiten!09. Januar 2017

    Das wärmste Jahr. Der erfolgreichste Film. Die grösste Katastrophe. Die Medien spielen mit Superlativen. Jeweils beim Jahreswechsel laufen sie zur Höchstform auf und versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen. So starten die ersten TV-Beiträge ihren Jahresrückblick bereits Ende Oktober. Eigentlich nur logisch, da zu diesem Zeitpunkt längst die Weihnachtsguetzli in den Regalen liegen. Der Drang, der Erste zu sein, wird mit dem «Kundenbedürfnis» begründet. Nur: Kunden sind einfach gestrickt. Sie kaufen die Waren, die in den Regalen liegen. Und so stehen wir wieder einmal mehr vor der klassischen Huhn-Ei-Frage: Was kam zuerst? Diese Spirale nimmt zunehmend Tempo auf und ich bin mir sicher, dass es in ein paar Jahren Weihnachtsguetzli ab Juli und Konfetti zur Wildzeit zu kaufen geben wird.

    In diesem Sinne: Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr 2018.

    Philipp Hodel

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  • Bettelbriefe ohne Ende23. Dezember 2016

    Weihnachtszeit. Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Man ist empfänglicher für karitative Anliegen. Das wissen natürlich auch die unzähligen gemeinnützigen Organisationen und füllen unsere Briefkästen mit Spendenaufrufen. Der Gipfel der Frechheit: Kurz vor Ende Jahr schickt mir doch tatsächlich auch noch das Steueramt einen Bettelbrief. Zum Glück steht drauf «Dritte und letzte Mahnung». Die geben also endlich Ruhe.

    Paul Felber

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  • Online-Medien unter Verdacht19. Dezember 2016

    • «Immer mehr US-Medien sehen Russland als Drahtzieher hinter den Hacker-Angriffen auf Hillary Clinton. Laut NBC war gar der russische Präsident involviert.»
    • «Deutsche Bundespolitiker mehrerer Parteien warnen vor der gezielten Beeinflussung des Ausgangs der Bundestagswahl, etwa durch russische Geheimdienste.»
    • «Amerikanische Medien berichten über eine gezielte Manipulation der US-Präsidentschaftswahl zugunsten des republikanischen Kandidaten Donald Trump durch russische Regierungskreise.»
    • «Es ist schon jetzt absehbar, dass von Russland gesteuerte Online-Medien Fehldeutungen und Falschinformationen verbreiten.»

    So werden Wahlniederlagen heute bereits im Voraus schöngeredet. Die Aliens haben ausgedient, die Verschwörungstheoretiker haben Russland und Wladimir Wladimirowitsch Putin entdeckt.

    Paul Felber

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  • Auflagenzahlen bolzen12. Dezember 2016

    Die Auflagenzahlen einer Zeitschrift oder eines Magazins stehen in direktem Zusammenhang mit dem Werbewert der Inserate. Verleger sind deshalb daran interessiert, möglichst gute Zahlen vorweisen zu können. Das weiss natürlich auch die Werbewirtschaft. Sie stützt sich deshalb nicht auf die nackten Zahlen allein, sondern auch auf die Anzahl Leserinnen und Leser, die Reichweite oder die Qualität der Leserschaft.

    Trotzdem gelingt es Verlegern immer wieder, unbedarfte Inserenten mit astronomischen Auflagenzahlen zu locken. Ein Beispiel aus der Gesundheitsbranche: Der Verleger publiziert eine Druckauflage von 500 000 Exemplaren. An Tausende von Arztpraxen und Apotheken werden Bündel von Magazinen geliefert. Tatsächlich liegt aber jeweils höchstens ein Exemplar auf. Die anderen landen ungeöffnet im Altpapier. Stoppen kann man die ungebetene Zustellung nicht, weil nirgends eine Adresse auffindbar ist. Das ist ärgerlich für die Inserenten und für die Empfänger.

    Paul Felber

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  • Smartphone-Abhängigkeit05. Dezember 2016

    88 Mal täglich schauen wir aufs Handy, besagt eine Studie der Universität Bonn. Für viele ist der Blick aufs Natel die erste und die letzte Handlung am Tag. Eine Abhängigkeit hat sich eingestellt, bewusst oder unbewusst. So erlebt letzte Woche auf dem Weg zur Arbeit: Ich stellte fest, dass mein Mobiltelefon wohl immer noch zu Hause auf dem Stubentisch lag. Sofort blitzten Fragen auf wie: «Was mache ich bei einer Panne? Wie reagiere ich bei einem Unfall? Sucht mich jemand?» Dennoch: Ich habe die Autofahrt und den Tag überlebt.

    Es ist erschreckend, wie stark wir uns mittlerweile von unseren digitalen Helfern abhängig fühlen. Ich sage bewusst: fühlen, denn abhängig sind wir davon in der Regel nicht. Aber die kleinen Geräte machen unseren Tagesablauf komplett plan- und berechenbar; für viele ein wohltuender Segen. Spannender und spontaner wird das Leben dadurch aber nicht.

    Philipp Hodel

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  • Abschied von der Lesernähe28. November 2016

    Im Journalismus ist die Nähe zu einer Region und ihren Bewohnern essenziell. Am Puls der Zeit zu sein, ist das oberste Gebot für einen Journalisten. Und er soll Geschichten riechen und aufstöbern – am besten, bevor Mitbewerber diese publik machen. Genau das Gegenteil davon macht nun die NZZ. Die «alte Dame» zieht ihre Inlandkorrespondenten aus den Regionen zurück und beordert sie entweder nach Bern ins Bundeshaus oder auf die Zentralredaktion in Zürich. Präsenz vor Ort sei aufgrund der Digitalisierung und der kürzeren Verkehrswege viel weniger wichtig als noch vor zehn Jahren, so die Begründung von NZZ-Inlandchef Michael Schoenenberger, und er widerspricht sich gleich selber. Meines Wissens ist die Wegstrecke von Zürich nach Luzern immer noch gleich lang wie eh und je, nur hat sich die Reisezeit trotz Digitalisierung sicher nicht verkürzt, sondern eher verlängert. Pendler wissen ein Lied davon zu singen. Und definitiv verloren gehen mit dieser Zentralisierung die Nähe zu einer Region und damit das Gespür für gute Geschichten. Vielleicht ist es auch nur eine Zeiterscheinung und man merkt früher oder später, dass die unterschiedlichen Befindlichkeiten in einer Region halt doch fehlen, sodass man die Inlandkorrespondenten wieder ausschwärmen lässt.

    Beat Christen

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  • Blut, Schweiss und Tränen ...18. November 2016

    ... nein, nein: So schlimm ist es auch wieder nicht. Aber AKOMAG sucht eine Assistenz, die will. Nämlich dafür sorgen, dass unsere Mandanten bestens betreut werden. Nichts ist einzuwenden, wenn diese Assistenz (ich weiss, die gibt es irgendwo) Hunger hat, mitzudenken, zu schreiben und zu organisieren. Die sich aber auch nicht scheut, das Telefon zu bedienen, das Postfach zu leeren, Statistiken zu führen und Protokolle zu schreiben. Eigentlich suchen wir eine Assistenz, die vorwärtskommen will. Ja, wir wissen: Irgendwann geht sie wieder, die Assistenz. Mit einem hervorragenden Zeugnis und einer Truppe, die ihr nachweint. So ist es halt. Aber die Zeit, die sie mit uns verbringt, die bleibt im Gedächtnis. Also. Bewerben. Raphael Amrein ist die Kontaktperson: ramrein@akomag.ch, 041 618 07 07.

    Ronald Joho-Schumacher

    > Stellenangebot PR-Assistent/-in (80-100%)

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  • Trump und die Reputation14. November 2016

    Donald Trump ist 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Das ist Fakt. Tatsache ist auch die mediale Flut an Analysen, Reportagen und Kommentaren – in den analogen Medien wie auf Social Media. Noch präsent ist der knüppeldicke Wahlkampf. Trumps Botschaften hallen nach. Und jetzt soll alles anders sein? Nach seinem Besuch beim amtierenden Präsidenten Obama tönt er weicher, formaler, sanfter. Und Hillary Clinton hat er für ihre Dienste am Land gedankt.

    Dazu Daniel Diermeier, führender Experte für Reputationsmanagement an der Universität Chicago, in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»: «Trump hat damit die Tradition aufrechterhalten, die seit George Washington gilt: Im Moment der Machtübergabe reicht man sich die Hand, ganz gleich, was man sich vorher an den Kopf geworfen hat. Am wichtigsten ist die Verfassung. Diese Geste der Fairness kann man in Amerika gar nicht überbewerten. Sie muss geleistet werden. Wie beim Stanley Cup, dem Eishockey-Finale: Erst wird gekämpft, aber hinterher zollt der Verlierer dem Sieger Respekt. Und umgekehrt.» Trump «reloaded» – man wird es sehen.

    Reputation in der Wirtschaft? Für Unternehmen ein unschätzbarer Wert. Die Reputation eines Unternehmens ist den Erfolgsfaktoren Innovation, Umsatz, Ertrag und Wachstum gleichzustellen. Ohne Reputation kein Erfolg. Schlechte Reputation lässt Firmen verschwinden. Es geht um Vertrauen, Sympathie, Kompetenz, Transparenz und Authentizität. Eine gute Reputation erfordert dauerhafte und glaubwürdige Kommunikation auf allen Kanälen. Das Unternehmen wird zur Marke und ist Marke. Marken wecken Vertrauen und stehen für erwartete Qualität. Reputationsmanagement ist die Paradedisziplin der Kommunikation. Versäumnisse rächen sich in einer Zeit, in der sich Produkte und Dienstleistungen kaum noch unterscheiden.

    Zurück zu Donald John Trump. Er hat Amerikas Leitmedien arg attackiert. Dazu Daniel Diermeier: «Noch vor vier Jahren hätte seine Strategie nicht funktioniert. Damals war Twitter in den Vereinigten Staaten nicht gross genug. Jetzt ja. Jetzt konnte er Twitter als sein alternatives Mediensystem aufbauen. Er konnte direkt und ungefiltert mit seinen Anhängern kommunizieren. Ohne diesen Kanal wäre es für ihn schwierig gewesen, seine Leute zu erreichen. Da hätte er auch die traditionellen Medien nicht so hart attackieren können. Was wir gerade erlebt haben, ist die erste grosse erfolgreiche Social-Media-Wahlkampagne der Welt. Die Zeit, als die Leitmedien als Gatekeeper funktionierten, ist vorbei.»

    Das wiederum ist eine andere Geschichte.

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Wann ist ein Fahrender ein «Stehender»?07. November 2016

    Die Fahrenden fordern neue Standplätze, kann man immer wieder lesen. Nun habe ich mich schon oft gefragt: Wer ist eigentlich ein Fahrender und wie wird man Teil dieser Gesellschaftsgruppe? Durch Geburt? Oder kann man sich diesen Status erwerben? Ich kenne einige Leute, die mit ihrem Wohnmobil das halbe Jahr über unterwegs sind, aber als gewöhnliche Camper gelten.

    Ein Fahrender ist jemand, der nicht in einer Wohnung leben möchte, sondern lieber mit dem Wohnwagen von einem Ort zum anderen zieht. Das wäre eine mögliche Begriffsklärung. Nur, viel weiter bringt uns diese Definition auch nicht. Siehe oben: Camper. Zudem ist mir aufgefallen, dass Fahrende sich oft monatelang auf einem Platz häuslich einrichten. Damit wären Fahrende zumindest zeitweise auch «Stehende», also temporär Sesshafte.

    Manchmal hilft auch die Sprache nicht wirklich weiter.

    PS: In jungen Jahren hatte ich einen guten Freund, der es schaffte, in 14 Monaten sechs Mal die Wohnung zu wechseln. In meinen Augen ein ansehnliches Portefeuille, um als Fahrender durchzugehen. Genützt hat es nichts. Wir mussten in unseren Ferien regelmässig den Zeltplatz ansteuern.

    Paul Felber

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  • Der Frosch in der Pfanne31. Oktober 2016

    Folgende Geschichte habe ich als Kind einmal gehört: Wenn man einen Frosch in kochendes Wasser wirft, dann tut er alles, um dem Inferno zu entkommen. Setzt man ihn aber in lauwarmes Wasser und erhöht langsam die Temperatur, dann kocht er bei lebendigem Leibe, ohne dass er Anstrengungen macht, sein Wärmegefängnis zu verlassen. Wahr oder nicht, spielt keine Rolle. Denn Unternehmen verhalten sich in sich zuspitzenden Krisensituationen oft ähnlich. Am Anfang sind es ein paar negative Tweets oder Facebook-Kommentare. Es folgen Leserbriefe, eine unvorteilhafte Berichterstattung in der Lokalpresse und bevor man sichs versieht, steht das Fernsehen oder der «Blick» vor der Tür. Eine differenzierte Sicht ist schwierig; bis zuletzt hat das Management die Hoffnung, dass alles nicht so schlimm wird. Diese Taktik kann funktionieren. Falls nicht, ist der Schaden beträchtlich. Deshalb empfiehlt sich die Festlegung von Eskalationsstufen. Will heissen: Kommunikationsabteilungen legen fest, ab welchem Punkt wer wie reagiert. Und zwar vor der Krise.

    Philipp Hodel

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  • Wer zu sehr mit der Konkurrenz vergleicht, hat verloren24. Oktober 2016

    Um eigene Produkte oder Dienstleistungen mit jenen der Konkurrenz zu vergleichen, wird unter anderem gerne auf das altbekannte Modell mit x- und y-Achse zurückgegriffen. Beide Achsen bilden Unterschiedliches ab: Bei einem Smartphone kann dies zum Beispiel die Bildschirmgrösse, Bedienbarkeit oder das Image des Herstellers sein. Wunderbar lässt sich grafisch darstellen, wo das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz steht. Die Marketing- und Kommunikationsabteilungen leiten daraus die entsprechenden Werbebotschaften ab. Aber spielt es in den Augen der Kunden wirklich eine Rolle, ob ein Smartphone noch ein wenig mehr Speicher hat oder das Herstellerimage noch ein wenig besser ist (Ausnahme bilden hier die brennenden Akkus)?

    Wichtiger ist es, mit seinen Produkten eine eigene Achse zu besetzen. Wie früher Apple. Wussten Sie, dass das erste iPhone gegenüber der Konkurrenz, damals vor allem Nokia, bei allen technischen Kriterien das Nachsehen hatte? Aber eine Funktion hatte das Telefon, die das Nokia-Handy nicht hatte – ein Touchscreen-Display. Apple besetzte damit eine eigene Achse – alles andere wie Bildschirmgrösse, Speicher oder Akkulaufzeit wurde zur Nebensache. In einer Zeit der austauschbaren Produkte wird ein Alleinstellungsmerkmal wichtiger denn je.

    Philipp Hodel

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  • Die Leichtigkeit des Lügens17. Oktober 2016

    «Das hast du sehr schön gezeichnet», sagt die Lehrerin zum Schüler. «Deine neue Frisur gefällt mir super», lobt der Ehemann seine Frau. Eine Kollegin klickt auf «gefällt mir» auf Facebook, obwohl ihr das Bild nicht gefällt. Wir alle tun es, täglich und mehrfach: lügen. Eine grossangelegte Studie kommt zum Schluss, dass lügen zwar moralisch verwerflich ist, aber für das soziale Miteinander unerlässlich. Kleine Notlügen können zusammenschweissen und die Kommunikation reibungsloser gestalten. In Asien beispielsweise, wo der soziale Kitt noch bedeutsamer ist, tendiert man dazu, unangenehme Wahrheiten einfach wegzulassen. Wie es aber nicht geht, zeigt exemplarisch der US-Wahlkampf. Tatsachen werden verdreht, Gesagtes wird trotz Video- oder Radioaufzeichnungen verneint. Aus selbstsüchtigen Motiven wird gelogen und betrogen. Die Lüge dient nur dem Lügner. Was passiert? Die Gesellschaft entzweit sich – eine gefährliche Tendenz. Die ersten Auswirkungen dieser hasserfüllten Stimmung waren Prügeleien zwischen den Anhängern beider Lager, später folgte ein Brandanschlag auf ein Wahlkampfbüro. Weitere Radikalisierungsschritte möchte ich mir gar nicht ausmalen. In vier Wochen hat der Spuk hoffentlich ein Ende.

    Philipp Hodel

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  • Rabattschlacht an der Kasse10. Oktober 2016

    5fach-Punkte hier, 100 Extrapunkte da und bis am 17. Oktober 20 Prozent Rabatt auf das Haarpflegesortiment des Anbieters XY. Haben Sie den Überblick? Fast täglich trudeln solche Gutscheine ein: per Newsletter, als Mailing, in der App oder in der Kundenzeitung. Die Rabattschlacht, sprich: die Punktesammlerei, ist Zeichen eines harten Konkurrenzkampfes in der Detailhandelsbranche. Und die Angebote werden immer personalisierter. Während ich früher oft Rabattmarken für Produkte wie Hundefutter erhalten habe, das ich noch nie gekauft habe und auch nie kaufen werde, trifft es heutzutage immer häufiger auf meine Vorlieben zu. Aber ehrlich: Diese Flut von Gutscheinen ist nicht zu bewältigen, zumal es ja auch noch mehrere Anbieter gibt. Erstens: So viele Waren brauche ich gar nicht, und zweitens müsste ich für den maximalen Ertrag ein regelrechtes Gutschein-Management betreiben.

    Philipp Hodel

    PS: Meine Strategie: Ich konzentriere mich auf die Gutscheine fürs Tanken.

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  • Wahrnehmung ist die Wirklichkeit03. Oktober 2016

    Notfallpläne werden durchbuchstabiert. Spekulanten starten Attacken, Hedgefonds kündigen die Zusammenarbeit auf. Die Deutsche Bank ist in der Krise. In der Krise wird heftig kommuniziert. Die Spekulationen über die Hedgefonds sorgten zu Unrecht für weitere Unruhe. Die Aussenwahrnehmung der Bank sei verzerrt, sagt Konzernchef John Cryan. «Vertrauen steht im Bankgeschäft am Anfang von allem. Am Markt sind gerade einige Kräfte unterwegs, die dieses Vertrauen in uns schwächen wollen.»

    Trotz hektischer Krisenkommunikation: Immer neue Gerüchte und Indiskretionen lassen die Kurse einbrechen und wecken Zweifel, ob das Institut überleben kann. Weshalb? «Wenn genügend Investoren, Kunden und Gläubiger annehmen, es könnte Probleme geben, dann gibt es auch Probleme. In der Finanzbranche ist Wahrnehmung die Wirklichkeit», bringt es der Analyst Daniel Davies auf den Punkt.

    Paul Felber

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  • Verloren im Kennzahlen-Sumpf?26. September 2016

    Page Impression, Page View, Ad Click Rate, Ad Impression, Visit, Unique Users, Likes, Kommentare, Besucherherkunft und so weiter und so fort. Die Liste von Kennzahlen im Online-Marketing liesse sich beliebig erweitern. Tools wie Google Analytics bieten dazu übersichtliche Dashboards oder Filterfunktionen an, um an die gewünschten Daten zu kommen. Zudem hat fast jede Social-Media-Anwendung eigene Statistikfunktionen. Auswerten lässt sich fast alles. So weiss ich zum Beispiel, dass knapp 90 Prozent der AKOMAG-Website-Besucher über ein Desktop-Gerät zugreifen und durchschnittlich vier Seiten betrachten.

    Wichtig bei der grossen Zahlenstaplerei ist es, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: die Conversion Rate. Dieser englische Begriff bezeichnet das Verhältnis zwischen allen Besuchern und jenen Nutzern, die eine gewünschte Handlung ausführen. Konkret: die Aktion, die der Besucher auf der Website im Optimalfall ausführen soll. Beispiele können eine Newsletter-Registrierung, der Kauf eines Produktes oder die Anfrage für eine Offerte sein. So hilft es wenig, in einem E-Shop haufenweise Ad Impressions, Page Views oder Likes zu sammeln, wenn niemand ein Produkt kauft. Die eingangs erwähnten Kennzahlen helfen, eine Website dem Ziel entsprechend zu optimieren – ihre Erhöhung ist aber nur selten das Endziel.

    Philipp Hodel

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  • «Credibility Gap»19. September 2016

    «Paid Posts» oder «Sponsered Content» sind im Kommen, Inhalte statt lockere Werbesprüche die Strategie dahinter. «Content Marketing» heisst dies im Fachjargon. Ein aktuelles Beispiel ist Postfinance, die regelmässig auf «20minuten» Inhalte publiziert. «20minuten» hat sogar einen eigenen Submenüpunkt in der Navigation eingerichtet: «PostFinance News». Inhaltlich gesehen positioniert sich der Finanzdienstleister als Knowledge- und Themenführer. Dagegen ist nichts einzuwenden, denn «20minuten» kennzeichnet die Artikel eindeutig als «Promo». Zudem sind die Inhalte der PostFinance relevant und professionell aufgemacht. Eine Win-win-Situation für alle – zumal die Medienhäuser mit sinkenden Einnahmen aus dem Inserategeschäft zu kämpfen haben.

    Alles gut? Fast. Regelmässige Systemausfälle, über die auch in den Medien oft berichtet wurde, vermitteln mir als PostFinance-Kunden ein anderes Bild. «Credibility Gap» oder zu gut Deutsch Glaubwürdigkeitsdefizit nennt man dieses Phänomen.

    Philipp Hodel

    PS: Bleibt zu hoffen, dass diese Abweichung zwischen Eigen- und Fremdbild bald wieder ins Lot kommt.

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  • «Self Pic» – (K)ein Aargauer Witz12. September 2016

    Eigentlich ist diese kleine Geschichte kein Aargauer Witz. Auf jeden Fall kommen darin keine weissen Socken oder Autofahrkünste vor. Passiert ist das «Self Pic» aber dennoch im Aargau.

    Auf einer meiner Radtouren, die mich unter anderem auch in den angrenzenden Aargau führt, begegne ich bei einem Blumenfeld dem Schildchen «Self Pic». Nanu? Hier kann ich also selber ein Bild schiessen. Denn so viel Englisch verstehe ich: «self» bedeutet «selbst» und «pic» als Kurzform für «picture» heisst «Bild». Bis jetzt war ich immer der Meinung, Selfies könne man überall und jederzeit praktisch ungefragt machen. Im Kanton Aargau ist diese neue Freizeitbeschäftigung aber offenbar nur in der Nähe von Blumenfeldern erlaubt, denn kurz darauf passiere ich zwei weitere Blumengärten mit dem gleichen Täfelchen «Self Pic».

    Zurück im Kanton Luzern fahre ich an einer weiteren Blumenanlage vorbei – offenbar ein lukratives Geschäft. Dort aber steht: «Self Pick», also «selber pflücken». Nun löst sich das Aargauer Rätsel auf.

    Paul Felber

    PS: Wie wäre es denn mit einem Schildchen «selber pflücken». Schlicht und einfach auf Deutsch.

    «It prevents you to make yourself to the monkey.»

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  • Der Anruf des Herrn G.05. September 2016

    Was jetzt folgt, hat viel mit Kommunikation zu tun.

    Herr G. ist bei der Autogarage, die meinen PW wartet, für mich zuständig. Persönlich. So nehme ich das jedenfalls wahr. Denn wenn ich anrufe, ist der Herr G. immer und sofort zur Stelle. Unlängst hatte ich Probleme mit einem Geräusch, das sich so vernahm, als würden sich hundert winselnde Hunde unter der Motorhaube austauschen. Der Keilriemen. Service und Reparatur erfolgen schnell und prompt. Dann kommt das Unerwartete. Der Anruf des Herrn G.: «Guten Tag, Herr Joho. Ist alles in Ordnung? Ist das Geräusch weg? Wir sind für Sie da.» Dienstleistungswüste Schweiz? Weit gefehlt. Der Anruf des Herrn G. macht Freude.

    Zwei Tage später. Irgendwo in einer Apotheke. Ich brauche ein paar Kleinigkeiten. Ich weiss, wo sie sich befinden, bediene mich vor Ort und bringe die Dinger an den Tresen, wo die Kasse steht. Und warte. Und warte. Eigentlich warte ich immer noch und kann deshalb Folgendes mitverfolgen. Am Tresen eins: fröhlicher Informationsaustausch zwischen Mitarbeitender und Kundin. Tresen zwei: ähnliche Situation, scheint sich aber um ein echtes Verkaufsgespräch zu handeln. Hinter Tresen zwei eine Lehrtochter, die Hustenpastillen (oder Ähnliches) fein säuberlich ins Gestell stellt – laaaaangsam und sicher. Mit dem Rücken zu mir. Sie kann mich unmöglich sehen. Hinter Tresen eins und zwei für mich aber sichtbar: zwei Mitarbeitende, die sich angeregt unterhalten. Scheint etwas Privates zu sein. Vis-à-vis: eine Mitarbeiterin, die irgendwelche Aufkleber an einem Medizinfläschchen anbringt. Dann endlich. Irgendwie erbarmt man sich meiner. Mitarbeiterin an Tresen zwei meldet Kunden. Keine Reaktion. Nochmals ein Versuch. Die Mitarbeiterin hinter dem Tresen, die mit den Fläschchen beschäftigt ist, genervt: «Keine Zeit.» Derweilen Weiterführung des internen Dialogs auf privater Ebene.

    Dann doch noch die Erlösung, kurz bevor ich – ohne Produkte natürlich – gehen will. Ich darf zahlen. «Haben Sie noch einen Wunsch?» Nein, habe ich nicht. Ich komme auch nicht mehr.

    Was das mit Kommunikation zu tun hat? Es geht ums Nutzenversprechen:

    «Als Gesundheits-Coach sind wir immer da für Sie. Ohne Voranmeldung – ohne lange Wartezeit. Dafür mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz, bei dem Sie im Mittelpunkt stehen.»

    Eigentlich wollte ich nur bezahlen.

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Klatsch und Tratsch am Arbeitsplatz29. August 2016

    Neulich in einem der zwei Supermärkte mit den grossen, orangefarbenen Buchstaben: Lautstark beklagen sich zwei Kassiererinnen über ihre unfähigen Vorgesetzten – während sie ganz routiniert meine Waren scannen. In zwei Minuten habe ich viel erfahren: Die Einsatzplanung sei schlecht organisiert und gewisse Personen hätten Privilegien. Das Ganze war amüsant, auch wenn eigentlich nichts Neues. Klagen über Vorgesetzte und Mitarbeitende, sprich Tratsch, gehört zur Natur des Menschen.

    Ähnliches habe ich auch schon im Flugzeug oder im Spital erlebt. So konnte ich beispielsweise vor ein paar Jahren eine Mitarbeiterbeurteilung auf dem Korridor mithören. Auch wenn dadurch nicht der imagemässige Supergau entsteht – es wirkt unprofessionell und kann zu peinlichen Situationen führen. Diese Art Gespräche gehören, wenn es sie denn braucht, in den Pausenraum und nicht an die Kundenfront.

    Philipp Hodel

    PS: Wer gerne auf Tratsch und Klatsch an der Kasse verzichtet, für den/die gib es eine Lösung: Self-Scanning.

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  • Die «immobile Mottenkiste»22. August 2016

    In den Kinderjahren des Fernsehens waren Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften jeweils Auslöser von grossen Werbeaktionen der TV-Branche. Auf die sportlichen Grossereignisse hin leisteten sich nämlich viele Familien ein TV-Gerät der neusten Generation. Grund genug für eigentliche Rabattschlachten. Diese Zeiten sind vorbei. Im Zusammenhang mit RIO 2016 konnte ich keine einzige Werbeaktion mehr beobachten. Eine logische Folge der Verlagerung des Angebots.

    SRF TV beispielsweise bot nebst den Sendungen im Fernsehen insgesamt neun Live-Streams gleichzeitig an – zu empfangen via Computer, Tablet oder Smartphone. Der Fernseher wird zusehends zum Nischengerät im Wohnzimmer. Im Zeitalter der digitalen Mobilität ist die «immobile Mottenkiste» immer weniger gefragt.

    Paul Felber

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  • Olympia 2016 – Nebensache Sport16. August 2016

    Umweltverschmutzung, Dopingvorwürfe, Patronen im Pressezelt, Verkehrschaos oder die schlechten Verpflegungsmöglichkeiten auf dem Olympia-Gelände dominieren an medaillenlosen Tagen die Top-Schlagzeilen aus Rio. Die Liste der Themen mit dieser anhaltenden Negativberichterstattung liesse sich Tag für Tag erweitern. Sportresultate verkommen zur Nebensache – ausser, es gibt eine Medaille zu feiern. Dass Geschichten abseits des Sports gesucht und gefunden werden ist nichts Neues. Negativschlagzeilen waren zu erwarten. Viele davon sind vom IOC selbst verschuldet – Stichwörter sind das Doping oder die Vergabe der Spiele nach Rio. Dennoch: Die Intensität der anhaltenden Negativserie überrascht. Die Gründe sind nicht nur im Umfeld, sondern auch im Wettkampfprogramm zu suchen. Viele Sportarten lösen keine Begeisterungsstürme aus. Die sportlichen Highlights sind dünn gesät. Synchronschwimmen oder Dressurreiten locken halt weder grosse Zuschauermassen, noch taugen sie für Schlagzeilen. «Dabei sein ist alles» lässt sich nicht medienwirksam verkaufen.

    Philipp Hodel

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  • «KPI» - Richtwert statt feste Grösse08. August 2016

    Immer wieder wird man im Marketingumfeld wie selbstverständlich mit englischen Begriffen konfrontiert. Einer davon, der im Digitalmarketing oft verwendet wird, ist «KPI», eine Abkürzung für «Key-Performance-Indikatoren». KPI ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Fortschritt oder Erfüllungsgrad hinsichtlich gesteckter Ziele beschreibt. Im Marketing wird der KPI für Ziele verwendet, die nicht direkt quantifiziert werden können. So ist es beispielsweise schwer messbar, ob eine Kampagne den Bekanntheitsgrad eines Unternehmens gesteigert hat. Hier springt der KPI in die Bresche. In diesem Fall fungieren KPI wie Anzahl der Werbeeinblendungen, Klicks der Nutzer, Beiträge im Social Web uns so weiter mehr als Richtwerte, um die erzielten Ergebnisse greifbar zu machen.

    Philipp Hodel

    PS: Hinterfragen Sie KPI kritisch und lassen Sie sich nicht davon blenden – weder inhaltlich noch sprachlich.

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  • Liebe Freisinnige02. August 2016

    Um 09:46:29 MESZ am 1. August 2016 erreicht mich eine E-Mail von Petra Gössi, Parteipräsidentin der FDP Schweiz. Womit gleich zu Beginn erwähnt sei, dass ich seit Jahren Mitglied dieser Partei bin.

    Petra Gössi wünscht mir «von ganzem Herzen einen schönen 1. August». Allein, bis zu diesem Wunsch – den ich auf diesem Weg verdanke – muss ich mich durchlesen und durchhalten – 54 Zeilen lang.

    Vor allem: der erste Satz umfasste 35 Wörter.

    Das ist – mit Verlaub, Frau Gössi – zuviel – zumal online. Die Aktion ist wohl gut gemeint, aber völlig wirkungslos. Auf dem iPhone oder dem iPad scrolle ich mir die Finger wund. Für 99,9 Prozent heisst das: Abbruch. Petra Gössis Ghostwriter und seine Entourage gehören wohl zu den 0,1 Prozent. Wobei: Vielleicht hat Frau Gössi den Text selber verfasst. Dann gäbe es dazu folgendes aus der professionellen Texter-Sicht zu schreiben:

    • Was ist das Ziel meines Textes?
    • Welches sind meine (Kern-)Botschaften?
    • Wer sind meine Leser, welches ist meine Zielgruppe und wie hole ich diese ab?
    • Wo und wie lesen meine Leserinnen und Leser?
    • Kurze Sätze
    • Vor allem: kurze Texte


    Die US-Amerikaner pflegen zu fragen: «Where is the beef?»

    Frau Gössi hätte viele gute Botschaften. Nämlich, dass die Schweiz ein Erfolgsmodell ist, zu dem die FDP massgeblich beigetragen hat. Erfolgsmodelle jedoch benötigen laufend «Upgrades» – die FDP sorgt dafür. Sie hat klare Ziele und eine klare Linie. Um weiter zu gestalten, braucht sie mich. Da bin ich doch stolz. Kurz: Frau Gössi holt mich ab. Kurz und prägnant.

    Das alles wird via Soziale Medien verstärkt. Letzter Tweet von Frau Gössi: 16. Januar 2016. Ach ja, die FDP Schweiz twittert auch. Leider nicht in Kürze das, was Frau Gössi mir an diesem 1.-August-Morgen schreibt.

    Ronald Joho-Schumacher

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    Ruedi Burkard am 02.08.2016 16:34

    Lieber Ronald, ich habe nicht einmal den ersten Satz geschafft!

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  • Katalogisch – Geheimsprache der Reisebranche25. Juli 2016

    Das Hotel mit einem beheizbaren Pool in Meernähe sowie eine internationale Küche. Das Angebot im Reisekatalog überzeugt. Angekommen, entpuppt sich die Meernähe als dehnbarer Begriff und die internationale Küche besteht aus deutscher Currywurst und italienischer Bolognese. Und spätestens wenn die Füsse im theoretisch beheizbaren, kalten Pool landen, weiss man, der Geheimsprache «Katalogisch» der Reisekatalog-Schreibgilde aufgesessen zu sein. Aber nicht nur die Sprache bietet mehrdeutige Begriffe, auch Bilder bieten keine Sicherheit. So machen Weitwinkelobjektive den Pool grösser und die Wahl des Ausschnitts den Strand menschenleer – noch bevor der Anbieter zu Photoshop gegriffen hat.

    Was früher kaum zu verifizieren war, geht heute vergleichsweise einfach mit Tripadvisor, Google-Street-View oder https://de.oyster.com. Aber auch hier gilt es, die Kommentare zu bewerten und einzuordnen: Ein «mieser Service» oder eine «schlechte» Frühstücksbuffet-Bewertung in einem 4- oder 5-Sterne-Hotel sind für Otto Normalverbraucher wahrscheinlich immer noch überdurchschnittlich. Auch bewegen sich etliche Trolle im Netz, die ihre Konkurrenten gezielt schlechtmachen.

    Philipp Hodel

    PS: Mein Tipp: Beschriebe und Kommentare kritisch lesen, vor Ort für einmal die Fünf geradestehen lassen und die Ferien geniessen.

     

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    Hans Peter Graf am 16.08.2016 11:31

    Bei der AKOMAG sollte man doch eigentlich genug verdienen, um sich ein "Hotel am Meer" leisten zu können. Ich empfehle da jeweisl die Shangri La, die Marriott sowie die Hilton Gruppe. Man wird selten enttäuscht. Und trifft vielleicht am Pool, an der Sunset Bar oder in der Rotisserie noch potentielle Kunden. Aquise sollte ja nicht dem Chef vorbehalten sein;)

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  • Nicht mehr Nummer 118. Juli 2016

    «Made in Germany» ist besser als «Made in Switzerland». Das ist in Kürze das Resultat einer Studie der Universität St. Gallen, «Swissness Worldwide 2016» genannt. Antworten gaben rund 8000 Befragte aus 15 Ländern. Das war mal anders – die Schweiz lag vorne: seit 2008 klar Platz 1. Was ist passiert? Darüber wird gerätselt. Vor allem – warum die Deutschen? Die haben doch den VW-Skandal und sonstige Brüche. Vielleicht ganz einfach, weil CH anscheinend nachlässt. Denn ein Image will gepflegt sein. Dazu gehören einerseits Ideenreichtum und Innovationskraft. Andererseits formt die Politik das Bild eines Landes. Auch wenn die Kommentatoren der Studie das Resultat der Masseneinwanderungsinitiative kleinreden – solche Signale werden als das verstanden was sie sind. Klar, sind wir Eidgenossen (noch) weltoffen. Im internationalen Vergleich liegen wir (gemäss der Studie) hinter Italien und Spanien auf Rang drei vor Frankreich, Deutschland und den USA. Aber das kann sich schnell ändern, wenn die Marke CH weiterhin zum Labor heimatverklärter Parteistrategen mutiert. Der Rohstoff der Schweiz ist die Cleverness der Eidgenossen. Platz 1 ist die Messlatte. Knapp daneben ist halt auch vorbei.

    Weitere Infos zur Studie: http://www.htp-sg.ch

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Erst denken, dann twittern11. Juli 2016

    Immer wieder tappen Prominente in die Twitter-Falle. Obwohl der Begriff «Falle» eigentlich nicht zutrifft. Denn per Definition ist eine Falle eine Vorrichtung oder ein Trick, mit dem man jemanden täuschen will. Bei Twitter ist alles glasklar: Was in die 140 Zeichen passt, wird publiziert. Sofort. Jeder Twitter-User ist Redaktor, Lektor, Verleger und Distributor in einem, das birgt Verantwortung. Zwar ist eine Löschfunktion von Beiträgen bei Twitter integriert. Nur: Sobald ein Screenshot von einem kontroversen Beitrag erstellt ist, hat man die Macht über seinen Tweet verloren. Hohe Vernetzung und umgehende Publikation sind Fluch und Segen zugleich. Daher: zuerst denken, dann twittern.

    Philipp Hodel

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  • Herr oder Frau?04. Juli 2016

    Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen keinen Wert auf die richtige Anrede legen. Sie kann jedoch entscheidend sein für den Erfolg oder Misserfolg eines möglichen Geschäftes. Welcher Mann fühlt sich angesprochen, wenn in der Anrede steht: Sehr geehrte Frau X? Umgekehrt wird dies offenbar erwartet. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass über die Hälfte der Werbebriefe, die ich privat zu Hause erhalte, lediglich an mich adressiert sind, obwohl sie sich an mich und meine Frau richten. Die korrekte Anrede wäre demnach Herr UND Frau XY. Ganz einfach also.

    Paul Felber

    PS: Meine Frau ist dieser Hinsicht sehr konsequent. Zu Recht, wie ich meine. Post, die nicht (zumindest auch) an Sie adressiert ist, interessiert sie nicht. Für den Absender bedeutet dies: Chance vertan.

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  • Umfragewerte sind keine Prognose27. Juni 2016

    Haben Sie den Brexit vorhergesagt? Dann waren Sie besser als unzählige Spekulanten und Finanzhäuser, die ihre Investitionsstrategie nach den letzten Umfragewerten auf einen Verbleib von Grossbritannien in der Eurozone ausgerichtet haben.

    Nicht nur Börsianer mussten sich am Vorabend der Bekanntgabe des Abstimmungsresultats positionieren. Auch die Printmedien mussten sich festlegen, da die Resultate erst weit nach Redaktionsschluss bekannt wurden. Anders als die Spekulanten verhielten sich die Medien zurückhaltender und liessen sich nicht auf ein «in» oder «out» hinaus. Einzig die «Basler Zeitung» und der «Tages-Anzeiger» haben sich mit ihren Leitartikeln leicht verspekuliert – da sie im Grundtenor des Artikels davon ausgingen, dass alles beim alten bleibt. Aber Milliarden wurden damit nicht in den Sand gesetzt – es wurde höchstens etwas am Ego gekratzt.

    Anders als an der Börse konnten die Medien auf Zeit spielen. Dennoch war ich überrascht, wie klar die Finanzmärkte von einem Verbleib ausgingen. Dass Umfragen keine klare Prognose, geschweige denn Endresultate sind, wurde in den letzten Jahren schon oft an der Urne bewiesen. Die Welt lässt sich weder durch mathematische Modelle noch durch unzählige Umfragen vorherberechnen. Entschieden wird am Tag X mit einem Kreuz an der Urne. Und das ist gut so.

    Philipp Hodel

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  • Sprücheklopfer20. Juni 2016

    Die sozialen Netzwerke wie Facebook und vor allem Twitter sind (auch) exzellente Plattformen für Sprücheklopfer und kreative Köpfe. Das zeigte sich wieder nach dem Fussballspiel Schweiz gegen Frankreich. Die zerrissenen Trikots der Schweizer beflügelten die Fantasie der Online-Kommentatoren.

    Die Schweizer Fussballer hielten, was sie versprachen, ihre Trikots aber nicht. Beim Spiel gegen die Franzosen wurden gleich sieben in Stücke gerissen. Zwei Kommentare dazu: «Hoffentlich stellen die keine Kondome her», «Löcher im Käse, Löcher im Trikot. Ist konsequent».

    Was meint Hersteller Puma dazu? Bisher habe es noch nie Probleme mit den Trikots gegeben. Sie seien schon in vielen Spielen getestet worden. Man werde der Sache aber nachgehen. Das tönt etwas hilflos und erinnert an Statements in der TV-Sendung «Kassensturz».

    Die Puma-Offensive auf den sozialen Medien fehlt bisher sogar. Auf Twitter nimmt kein einziger Post Bezug auf die Zerreisprobe gegen Frankreich. Auf Facebook findet sich unter dem Titelbild auch nur das Statement, welches den Medien zugespielt worden ist.

    Jetzt stellt sich die Frage, wie der Konzern damit umgeht. «Puma muss jetzt aktiv kommunizieren», sagt ein Markenexperte. Der Konzern dürfe aber die Diskussion nicht ins Lächerliche ziehen. Auf den sozialen Medien passiert das aber gerade. Sprücheklopfer laufen zur Hochform auf.

    Paul Felber

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    Ronald Joho- Schumacher am 20.06.2016 16:51

    Sorry Paul
    Die Hemdenstory ist geiler als die CH- Unproduktivität vor dem F- Tor.

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  • Stillstand ist Rückschritt14. Juni 2016

    Der Online-Werbemarkt wächst rasant und verzeichnete in der Schweiz 2015 erstmals einen Umsatz von über 1 Milliarde Franken. Inhalte werden immer öfter auf mobilen Geräten konsumiert. Tablets und Mobiltelefone laufen dem klassischen PC den Rang ab. Auch bewegte Bilder werden wichtiger. So erstaunt es nicht, dass Youtube nach Google die zweitgrösste Suchmaschine der Welt ist. Und nicht zuletzt sind die Social Media ein Grundstein vieler Marketingkampagnen. Die Möglichkeit, Inhalte zu teilen, zu kommentieren oder selber zu erstellen, wird von über 1,6 Milliarden Nutzern allein auf Facebook genutzt. Für Website-Betreiber heisst es daher: Aufrüsten. Responsive Design, Twitter- oder Youtube-Plugins sowie Social Media Sharing Buttons sind nur einige Funktionen, die von Usern auf modernen Plattformen erwartet werden. Für uns mehr als genügend Gründe, unsere Wirtschaftsplattform «ROI-Online» auf dem neusten Stand der Technik zu halten.

    Philipp Hodel

    PS: Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.

     

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  • Einweg-Kommunikation06. Juni 2016

    Die grosse Einsamkeit vor dem Mikrofon. Radio-Moderatorinnen und -Moderatoren haben kein einfaches Los. Sie sitzen in ihrem Studio vor einem Schaltpult und sprechen zu einem unsichtbaren Publikum. Die verbale Kommunikation jedoch lebt von der Interaktivität. Wie schafft man es, trotz Isolation im Studio wenigstens in Ansätzen einen Dialog aufzubauen?

    Die einzige Möglichkeit war bisher, die Hörerinnen und Hörer dazu zu verleiten, im Studio anzurufen. Dazu hat man unzählige Gewinnspielchen erfunden. Seit die sozialen Medien Einzug gehalten haben, stehen neue Kanäle zu Verfügung. Moderatorinnen und Moderatoren können sich beispielsweise auf Facebook austoben und darstellen. Wie sie das tun? Na ja, das bleibt wie immer Geschmackssache. Wenn SRF3-Moderatorin Mona Vetsch den Überschlag übt und ihre Kollegin im Handstand durch das Studio wandert, ist das für die einen witzig, andere finden das wohl eher kindisch. Aber auf jeden Fall wissen die Moderatorinnen nun anhand der «Likes», wie ihre Performance von der Zuhörerschaft aufgenommen wird.

    Paul Felber

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  • Ein Klick ist (noch) kein Erfolg30. Mai 2016

    Mit über 2,5 Milliarden Aufrufen ist der südkoreanische Musiker PSY mit «Gangnam Style» der unangefochtene Spitzenreiter der Youtube-Hitliste. Auf den weiteren Rängen und allesamt mit mehr als 1 Milliarde Aufrufen folgen Musikvideos von Popgrössen wie Wiz Khalifa, Mark Ronson, Taylor Swift, Katy Perry oder Justin Bieber. Der Erfolg dieser Videos ist unbestritten – die Künstler verdienen damit Geld.

    Etwas schwieriger sieht die Erfolgsmessung von politischen Videobotschaften aus. Gerne messen Parteien oder Medien den Erfolg anhand der Anzahl Klicks. Ein gutes Beispiel ist das Youtube-Video «Welcome to SVP». Mit über 900 000 Aufrufen wurde das Video für Schweizer Verhältnisse überdurchschnittlich oft angeklickt. Ein zweiter Blick verrät: 5300 Daumen nach oben stehen 8500 Daumen nach unten gegenüber. Auch die über 3000 Kommentare sind inhaltlich bunt gemischt und reichen von bedingungsloser Zustimmung bis hin zur kompletter Ablehnung. Wenn eine Aussage gemacht werden kann, dann diese: Ein Klick bedeutet noch keine Zustimmung.

    Philipp Hodel

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  • Von Print zu social23. Mai 2016

    Wer die Zeitungslandschaft verfolgt, stellt fest: Aus dem Stellenbund wurde ein Stellenbündchen. Die Verlagerung von Stelleninseraten in die digitale Welt trifft die Printmedien mit voller Wucht. Online-Plattformen wie www.jobs.ch oder www.jobscout24.ch sind dank Zehntausender von Stellenangeboten und einfacher Suchmöglichkeiten bei Jobsuchenden beliebt. 5,3 Millionen Besucherinnen und Besucher monatlich verzeichnet alleine jobs.ch. Doch die Vormachtstellung dieser digitalen Job-Plattformen ist nicht unantastbar. Sie erhalten Konkurrenz von verschiedenen Seiten. Social-Media-Plattformen wie LinkedIn oder Xing nutzen ihren Netzwerkvorteil bei Stelleninseraten. So sieht der Stellensuchende auf einen Blick, ob er jemanden im neuen Betrieb kennt, oder kann sich durch das zukünftige Team klicken. Noch weiter gehen Plattformen wie JANZZ.jobs.ch. «Auf JANZZ.jobs sucht man nicht, auf JANZZ.jobs wird man gefunden», wie es auf der Website heisst. Einmal sein Profil hochgeladen, werden verfügbare Stellen damit verglichen – und der Jobsuchende erhält passende Angebote. Job-Matching heisst der entsprechende Begriff.

    Philipp Hodel

    PS: Das Durchstöbern von Zeitungsinseraten war definitiv einfacher.

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  • Der entmenschlichte Täter17. Mai 2016

    Der Mord von Rupperswil wühlt die Menschen auf. Ein Mann bringt vier Menschen auf abscheuliche Art um. Wir alle und auch die Medien versuchen, die Tat irgendwie einzuordnen. Das gelingt nur schwer. Sie ist unter keinem Zeichen nachvollziehbar. Ein Mensch, der eine solche Tat begeht, muss krank sein, ist unser erster Gedanke. Fachleute widersprechen jedoch. Die Ratlosigkeit ist gross.

    Der «Blick» löst dieses Dilemma, indem er den Täter entmenschlicht. Er nennt ihn konsequent «die Bestie von Rupperswil». Eine Bestie ist ein Tier. Eine Bestie muss keine Verantwortung tragen. Den Täter zu entmenschlichen, ihn zur Bestie zu machen, ist falsch. Er soll für seine Tat geradestehen.

    Paul Felber

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  • Kommunikation blâmable09. Mai 2016

    Luzern soll einen weiteren «Gravitationspunkt» erhalten – die Salle Modulable. Die Initianten der Stiftung gleichen Namens, Stadt und Kanton Luzern, wollen das so. 208 Millionen Franken kostet das neue Luzerner Kulturprojekt. Die Stiftung Salle Modulable steuert 80 Millionen dazu bei. Den Rest teilen sich Stadt, Kanton und Private. So der Plan. Die Betriebskosten pro Jahr machen 31 Millionen aus. Aus Erfahrung weiss man, dass die Tendenz steigend ist – im Kulturbetrieb zumal. Stadt und Kanton sind «finanzklamm». Private sind (noch) nicht auf den Plan getreten. Im Herbst entscheidet der Stadtluzerner Souverän überdies über den Standort beim Inseli.

    Kommunikativ läuft’s für die Salle alles andere als formidable: Es ist keine Strategie zu erkennen. Das zeigen die vornehmlich negativen Leserbriefe, das dokumentiert aber auch die Debatte im Grossen Rat des Kantons Luzern von Anfang Mai. Die «Neue Luzerner Zeitung» rapportiert aus dem Parlament, «dass die Antworten der Regierung eher noch zu mehr Fragen führten, als sie beantworteten». Von «mangelnder Kommunikation», von einer „Histoire blâmable“ ist die Rede. Dies führt gar zu einer Allianz der Ungleichen: SVP, SP und Grüne schliessen die Reihen und begründen dies damit, dass die Bevölkerung einfach zu wenig in das Projekt einbezogen würde. Letztlich ginge es darum, auch jene 95 Prozent der Bevölkerung für das Projekt zu gewinnen, welche das Haus nie betreten würden. Das sitzt.

    Vielleicht hätten sich die Verfechter intensiv mit dem erfolgreichen Vorgängerprojekt KKL auseinandersetzen müssen. Basis für den Erfolg war nicht nur das richtige Projekt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, sondern auch eine klug konzipierte und stringente Kommunikation, umgesetzt von einer Gruppe überzeugter «Handwerker» mit viel Gespür für Stimmungen – und Schwankungen.

    Wie sagen es doch die Angelsachsen: «Tell me and I will forget. Show me and I may remember. Involve me and I will understand.»

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Cyberpsychologie02. Mai 2016

    Das Internet ist ein globales Massenphänomen. Der virtuelle Raum ist zu einer realen Lebenswelt geworden, in der man agiert, reagiert und selber neue Inhalte produziert. Das hat Auswirkungen auf Persönlichkeit, auf Einstellungen und Werthaltungen. In der digitalen Welt kann sich jeder neu definieren, in die Anonymität abtauchen und ein neues Ich erfinden.

    Alle Facetten menschlicher Erfahrungen und Verhaltensweisen finden sich nicht nur wieder, sondern werden gelenkt und verstärkt, im Guten wie im Bösen. Durch die physische Abwesenheit sinken die Hemmschwellen. Wie wollen wir in Zukunft damit umgehen? Dazu ist ein grosses Stück mehr an Wissen über die Cyberpsychologie der Menschen nötig.

    In ihrem Buch «Cyberpsychologie, Leben im Netz: Wie das Internet uns ver@ndert» gibt Catarina Katzer Antworten darauf. Die Autorin ist promovierte Volkswirtschaftlerin und Sozialpsychologin. Eine empfehlenswerte Lektüre, die zum Nachdenken anregt über die Medienkompetenz und Medienethik der Zukunft.

    Paul Felber

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  • Hype um die neue 50er-Note25. April 2016

    «Der erwartete Hype um die neue 50er-Note blieb aus»: So oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen der grossen Tageszeitungen am Tag nach der Herausgabe der neuen Banknote. Passender hätte es heissen müssen: «Bevölkerung lässt Medienhype kalt.» Der Kampf der Presse um Aufmerksamkeit ist verständlich, machen doch allen grossen Verlagen Leserschwund und Margenverluste zu schaffen.

    Stirnrunzeln bereitet mir hingegen die Schweizerische Nationalbank (SNB). Mit Plakatkampagnen oder Youtube-Werbung betreibt sie eine grossangelegte Werbeaktion für die neue Banknote. Es entsteht fast der Eindruck, die Note sei heute günstiger zu haben als morgen.

    Die SNB reduziert ihre Kampagne auf den Spruch «Das jüngste Schweizer Original» und das Abbild der neuen Note. Was will sie mit ihrer Aktion erreichen? Ein Aufklärungsziel, wie zum Beispiel die Präsentation der neuen Sicherheitsmerkmale, verfolgt sie nicht. Dafür hat die Kampagne zu wenig Inhalt. Falls es um die simple Bekanntmachung der neuen Note geht, so haben dies die Publikumsmedien mit ihrem inszenierten Anti-Hype diesmal deutlich besser gemacht.

    Philipp Hodel

    PS: Fortsetzung folgt. In regelmässigen Abständen erscheinen nun die weiteren Noten der neuen Serie. Wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht.

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  • Medienmonitoring als Teil der Unternehmensstrategie18. April 2016

    Als Social-Media-Nutzer freue auch ich mich über Facebook-Likes oder Re-Tweets bei Twitter. Die Resultate sehe ich bei jedem Beitrag live angezeigt oder ich erhalte eine Benachrichtigungs-E-Mail. Jeder erhält mit wenig Aufwand sein eigenes Monitoring präsentiert.

    Wichtiger als für Privatpersonen ist es für Unternehmen, zu wissen, was über sie geschrieben wird. Für soziale Netzwerke existieren zahlreiche Gratistools wie Hootsuite, Google Alerts oder Mentionmap. Programme wie diese sind zum Teil kostenlos oder bieten in der Regel die Basisfunktionen gratis an. Für die Analyse der Printmedien existieren Anbieter, die anhand von definierten Stichworten Zeitungen und Magazine lesen und Treffer melden. Diese Dienstleistungen kosten. Viele Unternehmen nehmen daher Abstand davon.

    «Richtiges» Medienmonitoring listet nicht nur auf, wie oft ein Unternehmen unter welchen Stichwörtern erwähnt wurde, sondern bezweckt auch, in der Öffentlichkeit aufkommende, organisationsrelevante Themen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Es ist Teil des Issue-Managements. Bestmögliche Resultate erhält man in der Kombination von Online-Gratistools, externen Dienstleistern sowie einem fach- und sachkundigen Verantwortlichen im Unternehmen selbst. Das Medienmonitoring als reine Marketing- oder Kommunikationsmassnahme zu sehen, greift zu kurz, es ist eine Führungsaufgabe auf Stufe Geschäftsleitung.

    Philipp Hodel

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  • Sprechen Sie Emoji?11. April 2016

    «FYI», «BTW» oder «ASAP»: In Briefen verpönt, in E-Mails geduldet und im Chat fest verankert, haben sich Abkürzungen in der Alltagskommunikation einen festen Platz erkämpft. Wem das bereits zu viel Text ist, kann eines der über 800 Emojis verwenden. Emoji? Sprechen Sie kein Emoji? Emojis sind bunte Symbole, vornehmlich eingesetzt in der Kommunikation per Smartphone oder Internet. Männchen, Tiere, Alltagsgegenstände. Sie kommen aus Japan und bedrängen gerade die jahrtausendealte Herrschaft der Buchstaben. Mit dem neusten Trend der Kommunikation werden wir früher oder später alle konfrontiert, denn Chat-Programme erobern die Unternehmen. Die ersten haben bereits umgestellt und verwenden Chats in der internen Kommunikation – auf Kosten der guten alten E-Mail. Für die private Kommunikation gelten andere Regeln als für die geschäftliche. In der Businesskommunikation haben Abkürzungen und kleine, lustige Pixelbildchen keinen Platz. Das ist aber meine Meinung. Wer weniger konservativ denkt, sei trotzdem gewarnt: Starten Sie Ihre Konversation lieber konventionell.

    Philipp Hodel

    PS: Emoji-Lektion 1: Senden Sie anstelle von «Herzlichen Dank, ich bin mit Ihren Vorschlägen einverstanden, freundliche Grüsse» ein Bildchen mit einem Daumen nach oben.

    FYI = For Your Information / BTW = By The Way / ASAP = As Soon As Possible

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  • Erst denken, dann twittern01. April 2016

    Immer mehr Informationen in der heutigen Medienlandschaft haben ihren Ursprung in einem Tweet oder einem Post. Oft spontan (un)überlegt. Und genauso schnell geschrieben und über die sozialen Medien verbreitet. Dass sich dabei so mancher Hobbyjournalist und so manche Hobbykundgeberin anschliessend am liebsten im Wald verstecken würde, zeigt sich an den regelmässig zu vernehmenden, wenn auch kleinlauten Entschuldigungen dieser eifrigen Schreiber, wenn sie wieder einmal kilometerweit übers Ziel hinausgeschossen haben. Die darauffolgenden Rücktritte der Schuldigen von ihren Ämtern machen die Sache auch nicht wirklich besser.

    Emotionale Wirbelstürme dieser Art sollten längst allen vor Augen führen, welche Macht soziale Medien wie Facebook oder Twitter mittlerweile über die traditionellen Medien haben. Wer heute diese Kanäle geschickt einsetzt, beherrscht auch die öffentliche Meinung.

    Die Kehrseite der Medaille? Dies haben auch Menschen für sich entdeckt, die gezielt Angst und Schrecken verbreiten. Terroristen profitieren immens von offenen Mediensystemen, indem sie für ihre Taten die grösstmögliche Aufmerksamkeit erzielen. Facebook, Twitter und Co. machen es in Echtzeit möglich.

    Umso wichtiger ist die Aufgabe der traditionellen Medien, diese Informationen richtig einzuordnen. Sie sind die «Gatekeeper», die Entscheidungsträger, welche die Auswahl zwischen publizieren und nicht publizieren treffen. Welche Informationen sind falsch? Welche sind Fakten, welche bloss Gerüchte? Wo sind die Grenzen? Gefordert sind alle, die öffentlich kommunizieren: Journalisten genauso wie Medienverantwortliche von Unternehmen und Kommunikationsfachleute. Im Zeitalter des Twitterns und Postens umso mehr! Professionelle Kommunikatoren sind gefragt. Personen mit Erfahrung und Qualität, die im entscheidenden Moment zwischen Sinn und Unsinn von Meldungen unterscheiden können. Und Personen, auf die der Hobbyjournalist und die Hobbykundgeberin auch hören, damit ein Verstecken im Wald gar nicht erst nötig wird.

    Raphael Amrein

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  • Mit dem Osterhasen kommt der Stau29. März 2016

    Trotz fortschrittlichster Navigationsgeräte, Stauapps und mehr als frühzeitiger Verkehrsaufkommensprognose: Der Stau auf der Nord-Süd-Achse gehört zu Ostern wie der Schoggihase in der Zellophanfolie. Allen Warnungen zum Trotz schaltet so mancher sonst zivilisierte Mensch in diesen Feiertagen auf naiv-stur oder eben auf das altbekannte Göschenen–Airolo und steuert seinen fahrbaren Untersatz gen Süden. Die Medien indessen zelebrieren den Osterstau und machen sich einen Spass daraus. Bei SRF 3 konnte man in der Osterwoche sogar auf die maximale Staulänge wetten. Der Sieger stand beim «ROI-Online»-Redaktionsschluss noch aus.

    Wieso tun wir uns das an? Persönlich glaube ich, dass wir den Stau so lange wie möglich verdrängen. Bis zur letzten Minute hoffen (oder glauben) wir, dass wir – aus welchen unerklärlichen Gründen auch immer – davon verschont bleiben. Spätestens dann, wenn die Bremslichter und die Warnblinkanzeige beim Vorderwagen aufleuchten, wird uns bewusst, dass das Unvermeidbare eben doch nicht vermeidbar ist. Für etliche Reisende ist der Stau Teil ihres Ferienerlebnisses. Erst nach ein bis zwei Stunden fluchen und sich ärgern scheint der moderne Mensch die imaginäre Barriere überwunden zu haben, um sich ganz dem Feriengefühl hingeben zu können. Daher: Verderben wir mit Routenvorschlägen und Stauzeitprognosen den Stautouristen nicht ihren Event – er ist psychologisch sehr wichtig.

    PS: Im August 2010 staute sich der Verkehr auf 90 Kilometern zwischen Peking und Tibet und hielt ganze zwölf Tage lang an. Oder in São Paulo, wo der Verkehr 2009 auf 293 Kilometern total zum Erliegen kam. Und nein – ich blieb über Ostern zu Hause.

    Philipp Hodel

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  • Die Länge zählt18. März 2016

    Dank der weltweiten Vernetzung spielt es keine Rolle mehr, wo jemand seinen Arbeitsplatz hat, sagt man. Für viele Tätigkeiten mag das stimmen, aber nicht für alle. Im Börsenhandel entscheiden ein paar Meter Glasfaserkabel über Millionen-, ja Milliardenbeträge.

    Der Nachbar jubelt. Die Schweiz hat ein Tor geschossen. Zehn Sekunden später kann auch ich im Fernseher das Tor sehen. Es ist offensichtlich, dass mein Nachbar und ich nicht die gleichen TV-Übertragungskanäle nutzen. Seiner ist bedeutend schneller. Das ist nicht weiter schlimm. Wären wir beide Börsenhändler, wäre ich jedoch schon lange Pleite und er ein reicher Mann.

    An der Börse können Tausendstel- und Millionstelsekunden über «top oder Flop» entscheiden. Der Börsenhandel ist dermassen schnell geworden, dass heute sogar die Länge des Glasfaserkabels zum entscheidenden Marktvorteil werden kann. Serverplätze in unmittelbarer Nähe von Börsen werden in den USA heute für Millionenbeträge gehandelt. Denn Physik bleibt Physik. «Flash Trader» wissen dies zu nutzen.

    Paul Felber

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  • Individuelles Marketingmerkmal gesucht? Die Handschrift!14. März 2016

    Mit meiner Handschrift stehe ich auf Kriegsfuss, seit ich denken kann. Der Tintenkiller war, ob erlaubt oder nicht, mein bester Freund. Mit allerlei Tricks mogelte ich mich später am Lehrerseminar durch die Unterrichtseinheiten «Wandtafelschreiben und Schnürlischrift». Heute wäre es einfacher: Die Wandtafel wird durch interaktive Boards und Powerpoint ersetzt, eine simple Basisschrift hält Einzug in die Schreibhefte. Die Handschrift wird in allen Bereichen immer weniger gebraucht – oft im Geschäft oder privat.

    Derweil lässt sich in der Geschäftswelt ein Gegentrend beobachten. Eigens eröffnete Manufakturen stellen «Schönschreiberinnen und Schönschreiber» ein und offerieren neue Marketingoptionen. Denn die Handschrift steht für Kreativität, Individualität und persönliche Nähe – gefragte Elemente in Kommunikation und Marketing. Wieso nicht Briefe und Couverts bei der nächsten Neukundenakquise in Handschrift produzieren lassen?

    Falls wir Ihr Interesse geweckt haben sollten, helfen wir gerne mit Adressen und Tipps weiter.

    Philipp Hodel

    PS: Auch im privaten Bereich gibt es für alle kalligraphischen Tiefflieger und Ärzteaspiranten keine Ausreden mehr. Denn es existieren Dienstleistungen für lesbare Geburtstagskarten, Weihnachtskarten oder Einladungen.

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  • Huhn oder Ei?07. März 2016

    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. So lautet ein grundlegendes Prinzip der Ökonomie. Es werden nur Güter bereitgestellt, wenn auch jemand bereit ist, diese zu kaufen. Aber was kommt zuerst: das Huhn oder das Ei? Manchmal wird die Nachfrage erst geschaffen.

    Haben Sie vor 20 Jahren vermisst, dass Sie kein «WhatsApp» schreiben konnten? Eben.

    P.S: Ich auch nicht.

    Paul Felber

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  • Das Lausen hört mit 50 Köpfen auf29. Februar 2016

    Das Lausen bei den Affen dient der sozialen Kommunikation. Das beschränkt die Grösse einer Gruppe. Der Anthropologe Robin Dunbar glaubt, dass die Sprache nichts anderes ist als verbales Lausen.

    Je grösser die Gruppe, umso mehr Zeit müsste jedes einzelne Mitglied für die gemeinsame Fellpflege aufwenden. Schimpansen verbringen jedoch nie mehr als 20 Prozent ihrer Zeit mit Lausen. Sie beschränken sich deshalb auf Gruppen von rund 50 Mitgliedern.

    Der Mensch ist ein narratives Wesen. Messungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen haben ergeben, dass der Mensch ebenfalls etwa 20 Prozent seines Alltags darauf verwendet, Konversation zu betreiben. Für den Anthropologen Robin Dunbar ist Sprache demnach nichts anderes als verbales Lausen. Das Sprechen hat gegenüber der Fellpflege jedoch gewaltige Vorteile. Es erlaubt wesentlich mehr soziale Kontakte. In einer versammelten Menge können sich gar sehr viele Menschen untereinander austauschen.

    PS: Persönlich bin ich froh, dass das Lausen durch die Sprache ersetzt wurde, auch wenn ich bei gewissen Konversationen schon oft gedacht habe: «Mich laust der Affe.»

    Paul Felber

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  • Zeitoptimisten haben’s oft schwer19. Februar 2016

    Es gibt Menschen, die notorisch zu spät kommen, egal ob zu einer Verabredung, zu einem Meeting oder zu einem Konzert. Die Veranstaltung hat längst begonnen, da öffnet sich die Tür und jemand huscht noch schnell an seinen Platz. Für die meisten von uns ist diese Spezies ein echtes Ärgernis. Das Zuspätkommen wird oft als mangelnder Respekt gewertet.

    Vor Kurzem hat sich mir eine neue Sichtweise auf das eher negativ besetzte Phänomen eröffnet. Ich hörte, wie eine Frau zu ihrer Nachbarin sagte: «Wissen Sie, mein Sohn ist eben ein Zeitoptimist. Deshalb kommt er dauernd zu spät.» Zeitoptimist? Im weiteren Verlauf des Gesprächs schälte sich folgende Definition des Begriffs heraus: Ein Zeitoptimist ist ein Mensch, der das Gefühl hat, er habe ja reichlich Zeit, dies oder jenes noch zu erledigen, bevor er seine Verabredung einhält. Noch schnell ein E-Mail schreiben, ein Telefonat erledigen, einen Small-Talk führen bis ... bis es eben zu spät ist.

    PS: Zeitoptimist klingt irgendwie verständnisvoll. Der Begriff gefällt mir. Ich werde ihn in meinen Wortschatz aufnehmen.

    Paul Felber

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  • Viel Trara um wenig Inhalt15. Februar 2016

    Stellen Sie sich vor: Sie kommen nach Hause und vor der Eingangstür liegt ein edles Paket. Die bunten, grossen Worte auf der angehängten Karte «Weltneuheit! Sofort profitieren» animieren Sie dazu, das Paket mit grosser Vorfreude sogleich zu öffnen. Gespannt ziehen Sie an den Schlaufenenden und klappen den Deckel hoch. Doch ausser Stopfmaterial finden Sie darin nichts. Enttäuscht? Ja!

    So oder ähnlich verhält es sich leider viel zu oft mit den grossen Headlines. Viel Trara um wenig Inhalt. Einem zweiten Paket geben wir keine zweite Chance. Hingegen zeigen wir mit den fetten, farbigen Buchstaben und überdimensionalen Bildern der Presse erstaunlich viel Ausdauer. Oder doch nicht? Fakt ist: Die Auflage der Zeitung mit den grössten Headlines ist unter den 15 auflagenstärksten Schweizer Tageszeitungen von 1990 bis 2015 prozentual am stärksten gesunken.

    PS: Die Situation des «Blicks» kann damit zusammenhängen, dass mittlerweile neue Produkte auf dem Markt sind, die ebenfalls verstärkt auf Verpackung statt Inhalt setzen.

    Philipp Hodel

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  • Kommunikation und Umsatz04. Februar 2016

    Wenn schon zu Wochenbeginn das Freizeitprogramm für das folgende Wochenende auf den Kopf gestellt wird, sind die Vorhersagen für mieses Wetter meistens mitbeteiligt. Bestärkt durch die Konsultation eines der vielen Wetter-Apps, ist statt des geplanten Ausflugs in die Berge die schon lange hinausgeschobene Hausarbeit angesagt. Und da der heutigen Gesellschaft immer mehr die Spontaneität abgeht, nützt es dann auch nichts mehr, wenn statt des angekündigten Dauerregens das Wochenende mit herrlichem Sonnenschein aufwartet.

    Tourismusregionen haben sich deshalb schon längst ein einfaches Wetterwarnsystem aufgebaut: Gute Wochenendprognosen Mitte Woche bringen viele Gäste, schlechte hingegen keine. Letzteres schlägt sich brutal auf die Umsatzzahlen einer Ausflugsregion nieder. Im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel, wo alle mit ihren elektronischen Geräten zu den notwendigen Informationen kommen, gibt es noch einen Rettungsanker – die Webcams vor Ort. Doch auch dieses Kommunikationsmittel taugt nur bedingt für eine Umsatzsteigerung und ist ohne die notwendige Flexibilität des Betrachters wertlos.

    Kommunikation ist halt auch beim Wetter das A und O.

    Beat Christen

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  • Kann man mit Zwitschern Geld verdienen?29. Januar 2016

    Twitter steckt in der Krise. Der Aktienkurs ist im Keller. Mit einem neuen Modell will der Mitgründer Jack Dorsey das Unternehmen aus dem Tief führen. Das dürfte wohl noch eine ganze Weile dauern.

    Beim Kurznachrichtendienst Twitter steht ein massiver Umbau der Chefetage an. Ein halbes Jahr nach der Rückkehr von Mitgründer Jack Dorsey an die Spitze haben vier Topmanager das Unternehmen verlassen. Twitter macht ein stark verlangsamtes Wachstum der Nutzerzahlen zu schaffen und der Aktienkurs ist in den Keller gerutscht. Dorsey will das Steuer herumreissen, indem es einfacher werden soll, den Dienst zu nutzen. Vorgesehen ist offenbar auch eine Beschränkung auf 140 Zeichen pro Nachricht.

    Dass die Aktien auf einem Tiefpunkt angelangt sind, überrascht wenig. Bisher wurde mit Twitter noch kein Franken erwirtschaftet. Wie man mit einem Gratis-Angebot, das ohne Werbung funktioniert, Geld verdienen will, war für mich immer rätselhaft. Aber offenbar bestehen Pläne, dass künftig Firmen für die Nutzung der Dienste bezahlen sollen. Ob sie das tun? Wir werden sehen.

    PS: Dass Twitter noch keinen Gewinn abgeworfen hat, stimmt nicht ganz. Mindestens einer hat damit Geld verdient: Jack Dorsey. Sein Vermögen wird auf über 2,5 Milliarden Dollar geschätzt.

    Paul Felber

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  • Algorithmen übernehmen Kommunikationsaufgaben25. Januar 2016

    Das am Samstag zu Ende gegangene WEF (World Economic Forum) thematisierte die Herausforderungen der vierten industriellen Revolution und die damit verbundenen Änderungen in der Arbeitswelt. Zusammengefasst gesagt: Wir stecken nicht in der Revolution, sie hat eben erst begonnen. Jeder zweite Job droht ersetzt zu werden.

    «Passabene» von Coop ist erst der Anfang. Neben dem Verkaufspersonal an der Kasse werden noch viele weitere Berufe und Branchen die anrollende Automatisierungswelle zu spüren bekommen. Auch nicht gefeit vor dieser Entwicklung sind Journalisten und Texter. Schon heute lassen renommierte Medien wie AP oder Forbes Routineartikel wie Börsenberichte, Aktienanalysen oder Sportartikel von Robotern schreiben. In Schweden erstellte ein Algorithmus bereits zigtausende Wikipedia-Artikel. Gut möglich also, dass ein programmierter Algorithmus in der Nacht die Daten Ihres Aktiendepots analysiert und Ihnen rechtzeitig zur Morgenlektüre entsprechende Empfehlungen abgibt. Bleibt zu hoffen, dass wir «Schreiber» dank Kreativität, Antizipationsfähigkeit und Neugier den Maschinen einen Schritt voraus bleiben.

    PS: Ob die Klickzahl-getriebenen Newsportale bestimmter Medienhäuser, die inhaltlich immer öfter jegliche Relevanz vermissen lassen, noch von Menschen oder bereits von Robotern zusammengestellt werden, kann an dieser Stelle nicht gesagt werden.

    Philipp Hodel

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  • Facebook ist tot, lang lebe Facebook18. Januar 2016

    «Youtube löst Facebook in Deutschland als meistgenutztes soziales Netzwerk ab»: dies die Schlagzeile, die letzte Woche in diversen Online-Medien die Runde machte. Kurz darauf verkündeten einzelne Autoren bereits (wieder) den bevorstehenden Tod der weltweit grössten Social-Media-Plattform. So weit sind wir noch lange nicht. Totgesagte leben bekanntlich länger. Doch so fest die Position der derzeit wichtigsten Plattformen auch ist, in Stein gemeisselt ist sie deshalb nicht. Das lehrt uns bereits die relativ junge Geschichte von Online-Plattformen. Zu lang ist die Liste von Online-Unternehmen, die in Vergessenheit geraten sind. Ebenso lang ist die Liste von Start-ups, die mit kreativen Ideen und Dienstleistungen den Markt von unten aufrollen wollen, wie es einst Facebook oder Google taten.

    Was heisst das für Unternehmen? Im Sinne einer langfristigen Online-Strategie sollten sie nicht auf einzelne Kanäle setzen. Sie müssen sich gezielt Know-how im gesamten Fachbereich soziale Medien aneignen und eine gesamtheitliche Strategie festlegen. Die Plattformen können wechseln, die Mechanismen bleiben.

    P.S. Was die Ablösung von Facebook durch Youtube betrifft, kann so viel gesagt werden: Der Bereich Video wird in rasantem Tempo immer schneller immer wichtiger.

    Philipp Hodel

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  • Fachgutachten für faktenbasierte Fachberatungen der Fachkader06. Januar 2016

    «Auf der Ausgangsbasis der durchschnittlichen Gesamtbelastung erstellen Fachspezialisten Fachgutachten für faktenbasierte Fachberatungen der Fachkader.» Dieser Satz ist zwar reine Fiktion, könnte aber jederzeit aus einer Medienmitteilung eines Unternehmens stammen, meint der Journalist Andreas Schwander.

    Das sprachliche Geschwurbel von PR- und Kommunikationsprofis nehme teilweise peinliche Züge an. Das schrieb der Journalist Andreas Schwander kürzlich in der «Basler Zeitung»: «Die einst allgegenwärtigen Anglizismen haben sich still und leise verabschiedet. Das heisst aber nicht, dass die Marketingtexter, die uns mit ihren Kunstwerken bombardieren, besseres Deutsch gelernt hätten.» Sie versuchten die vermeintlichen Schwächen in der deutschen Sprache mit Verdoppelungen zu kompensieren, stellt er fest. «Das verstärkt aber nicht die Wirkung, sondern lässt Texte lächerlich wirken.»

    Das führe zu einer Inflation von Wortschöpfungen wie Fachspezialist, Führungskader, Zukunftspotenzial, Fachgutachten, faktenbasierte Fachberatungen für Fachkader oder Vorprognosen, um das Zukunftspotenzial zu erkennen.

    Abschliessend meint Andreas Schwander: «Falls nun irgendein Textbaukastenkünstler rote Ohren bekommt, geschieht ihm oder ihr das recht. Sie sind ertappt.»

    PS: Rote Ohren habe ich keine bekommen, mir aber vorgenommen, meine Texte noch sorgfältiger nach «überflüssigen Füllwörtern» zu durchforsten. In diesem Satz würde ich also nach überflüssigen Wörtern oder aber nach Füllwörtern suchen.

    Paul Felber

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  • Sagt der CEO zum COO: «Wo bleibt der CFO?»21. Dezember 2015

    Der Chief Executive Officer, abgekürzt CEO, hat in unserer Sprache schon vor einiger Zeit Einzug gehalten. Genauso wie der Chief Operating Officer, der COO, oder der CFO, Chief Financial Officer. Der Gebrauch englischer Abkürzungen ist in manchen Firmen geradezu inflationär.

    Die Liste liesse sich beliebig lange fortsetzen mit CIO, CSO, CPO oder CTO. Die Personalabteilung heisst heute HR («Eitsch Ar» ausgesprochen). Der bewährte Hauswart wird zum Facility Manager und die gründlich reinigende Putzfrau zum Housekeeper. Bei international tätigen Unternehmen macht es sicherlich Sinn, für eine Tätigkeit oder Funktion eine einheitliche Bezeichnung zu pflegen. Bei kleineren KMU darf man sich aber wohl zu Recht fragen, ob es nicht aus Kundensicht besser wäre, auf die deutsche Sprache zu setzen. Manchmal werde ich den Verdacht nicht los, dass mit der Umbenennung von Funktionen gleichzeitig auch ein «Upgrading» beabsichtigt wird. Die Person macht sich etwas bedeutender, als sie ist.

    Paul Felber

    PS: Ich persönlich mag es lieber, wenn ich beispielsweise bei einem Telefonanruf mit der Personalabteilung verbunden werde statt mit dem «Eitsch Ar».

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    Jaap Super am 21.12.2015 16:36

    Ich kenne auch einige Einzelunternehmer mit solche Profilierungsneurosen ;-)

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  • Wikipedia – Agenturen unter Generalverdacht14. Dezember 2015

    Über 1,8 Millionen Artikel sowie rund 2,3 Millionen registrierte User sind die beeindruckenden Kennzahlen allein der deutschsprachigen Wikipedia-Sektion. 5800 Autoren arbeiten regelmässig daran. Mitmachen kann und soll jeder – so der Grundgedanke der «freien Enzyklopädie».

    Wer aber bereits versucht hat, einen Artikel in Wikipedia zu publizieren, kennt das Problem: den komplexen Code. Das korrekte Verlinken und Referenzieren ist für Ungeübte anspruchsvoll. Daher erstaunt es nicht, dass der Community der Nachwuchs ausgeht (siehe Artikel im «Tages-Anzeiger» vom 24. Juni 2015 unten). Das Resultat sind zunehmend veraltete Beiträge oder das lange Warten auf die Freigabe, da jeder neue oder geänderte Artikel zuerst durch die Community gesichtet wird. Weniger relevante Wikipedia-Einträge werden des Öfteren liegengelassen.

    In dieser Situation springen vermehrt PR-Agenturen in die Bresche, um Beiträge aktuell zu halten. In der freien Wikipedia-Community sind sie aber nicht gerne gesehen und werden mit Argusaugen überwacht. Denn der bezahlte Schreiber steht unter Generalverdacht, die Artikel im Sinne seines Auftraggebers zu frisieren. Und so kann bereits ein fehlendes Komma oder ein unbedachtes Adjektiv dazu führen, dass die Freigabe des Beitrags verweigert wird.

    Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Chancen auf Publikation steigen, wenn folgende Richtlinien beachtet werden:

    • Neutrale Inhalte und neutrale Sprache, kein PR-Slang und Vorsicht mit Adjektiven
    • Nur Fakten referieren
    • Hohe Relevanz der Inhalte
    • Literaturhinweise und Belege für alles, was nicht als Allgemeinwissen vorausgesetzt werden kann

    Philipp Hodel

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  • Reden ist Silber, schweigen nicht immer Gold07. Dezember 2015

    Während Verkäufer tendenziell zu viel sprechen, kommunizieren andere Berufsgattungen bisweilen zu wenig. Ein Beispiel: Nach einem ambulanten Eingriff an der Hand und den darauffolgenden drei Stunden Wartezeit auf den zuständigen Chirurgen entliess mich dieser mit den drei Sätzen «Der Eingriff lief gut. Sie dürfen nach Hause. Haben Sie Fragen?» aus seiner Obhut. Wortlos überreichte er mir den Plastikbeutel mit der Platte und den Schrauben. Der Chirurg verstand sein Kerngeschäft und führte die kleine Operation tadellos durch. Genauso verstand er es, den Kommunikationsteil zu umgehen oder zu delegieren. Erst zu Hause kamen mir die wichtigen Fragen: «Wie stark darf ich die Hand belasten, oder ist der Knochen nun wieder vollständig geheilt?» Eine proaktivere Kommunikation würde viele Unsicherheiten ausräumen.

    PS: Über die Wundheilung bin ich hingegen bestens informiert dank der Kommunikationsbereitschaft der Pflegefachfrauen.

    Philipp Hodel  

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  • Das Dialog-Zeitalter hat begonnen30. November 2015

    Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Kommunikation und die Kommunikationsverantwortlichen? Eine Studie des HarbourClub sagt: Das Dialog-Zeitalter bietet Chancen. Nutzen wir sie.

    *«Digitalisierung nimmt die Trends der Gesellschaft auf und führt sie mit den neuen Möglichkeiten weiter. In der Kommunikation ist dies der Trend zur Individualisierung. Mit fortschreitender Individualisierung der Gesellschaft braucht es mehr personalisierte Kommunikation. Die auf Massen ausgerichtete PR und Werbung funktioniert kaum mehr. Man erreicht heutzutage nicht mehr alle Personen auf gleichem Kanal, und mehrere Kanäle werden für unterschiedliche Zielgruppen notwendig.

    Der Kampf um Aufmerksamkeit kommt in eine neue und nur bedingt massenmedial beeinflusste Phase. Ein entscheidendes und neues Phänomen der individuell geprägten Phase ist der Dialog. Das Dialog-Zeitalter ist aus einer Vielzahl von diskutierten Elementen und im Bewusstsein der damit verbundenen Risiken mehr eine Chance als ein Risiko für die Belange der Kommunikation.» Nutzen wir die Chance.

    * Zitat aus einer Studie von gfs.bern im Auftrag des HarbourClub

    PS: Der HarbourClub vereinigt Chief Communications Officers von Unternehmen und Organisationen in der Schweiz. Ziele sind der Erfahrungsaustausch unter den Führungskräften der strategischen Kommunikation, die Auseinandersetzung mit Herausforderungen in der Unternehmenskommunikation und die Förderung informeller Kontakte untereinander.

    Paul Felber

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  • Häppchen-Journalismus23. November 2015

    Es ist wie am Buffet: Die geneigte Leserschaft holt sich, was sie mag – mal etwas aus dem «Spiegel», mal ein Häppchen aus der «F.A.Z.», vielleicht das mit Brimborium angekündigte Interview mit (Fussball-)Kaiser Franz Beckenbauer in der «Süddeutschen Zeitung». Möglich macht’s das niederländische Start-up Blendle. Schweizer Zeitungen sind (noch) nicht dabei.

    «News Junkies» (zu denen ich mich auch zähle) zahlen fürstlich für Abonnements und Einzelkäufe. Als Gegenleistung winken neben Lesegenuss und Wissensgewinn Altpapierstapel, die entsorgt werden müssen. Das scheint vorbei zu sein. Erstens können Zeitungen und Zeitschriften grenzenlos als E-Paper heruntergeladen werden – das hat zwar auch seinen Preis. Zweitens bietet das holländische Start-up Blendle Artikel aus einem Sammelsurium von zurzeit rund hundert Titeln. Und das funktioniert so: Unter www.blendle.com können Interessenten aus bevorzugten Zeitungen und Zeitschriften Artikel herunterladen. Natürlich kostet das –pro Artikel zwischen 15 Cent und einem Euro. Auch lassen sich über Algorithmen Artikel suchen. So wie bei Google.

    Dass sich da etwas in Richtung Zukunft zu entwickeln scheint, zeigt das Engagement des Axel-Springer-Verlags und der «New York Times». Drei Millionen Dollar ist es den beiden Verlagen wert.

    Nicht zu finden sind auf der Blendle-Site Schweizer Produkte. Der Fachpresse ist zu entnehmen, dass ein gewisses Interesse bestehe – aber den Sprung in dieses Gewässer hat noch keiner gewagt. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass da eine neue Messlatte aufgelegt wird: Verlage engagieren nur noch Journalisten, die über Einzelverkäufe «gerated» werden. Das gibt es zwar heute bereits mit den Klicks auf den jeweiligen Portalen, aber Verkäufe sind handfester.

    P.S. Aber das ist nur eine These. Wir wollen uns da nicht blend(l)en lassen.

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Gegenlesen, ja – «Gut zum Druck», nein16. November 2015

    Das «Gut zum Druck» für Inserate hat sich in den Köpfen der Marketing-Fachleute festgesetzt. Während ihrer Ausbildung und später in der Praxis haben sie gelernt, wie wichtig das finale Okay vor der Drucklegung ist. Leider erwarten sie das «Gut zum Druck» auch von redaktionellen Artikeln. Aber das gibt es nicht.

    Das «Gut zum Druck» (GzD) ist eine praktische Angelegenheit – für das grafische Gewerbe zumindest. Die Druckvorstufe kann damit die ganze Verantwortung an den Kunden abschieben. Dieser muss schriftlich bestätigen, dass er eine Vorlage geprüft und für okay befunden hat. Den Marketingfachleuten ist deshalb das GzD fast wie ein heiliger Gral.

    Reflexartig verlangen sie das GzD auch von Journalisten. Für redaktionelle Artikel gibt es aber kein «Gut zum Druck». Ein Interviewpartner hat das Recht, seine Aussagen gegenzulesen. Eine Auskunftsperson kann verlangen, die im Artikel verwendeten Zitate vor der Veröffentlichung zu kontrollieren. Mehr nicht. Textkürzungen vorzunehmen oder Gestaltung und Umbruch sind Sache des jeweiligen Mediums. Gegenlesen, ja – «Gut zum Druck», nein.

    Paul Felber

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    Roger Aeschlimann am 17.11.2015 07:29

    Lieber Herr Felber
    Sie haben recht mit dem Sachverhalt. Aber wenn ich Journalisten gegenüberstehe, die absolut unvorbereitet in unsere Firma kommen und über uns oder über unsere Produkte schreiben wollen, dann verlange ich trotzdem ein GZD. Sonst machen wir nicht mehr mit. Ich habe keine Lust in den Medien falsche Angaben über uns zu lesen.

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  • Von E-Mails und Ikonen09. November 2015

    Was waren das noch für Zeiten, als der gute alte Brief die Nachricht übermittelte – und erste Referenz für ein Unternehmen war. Aus und vorbei. Die Briefpost hat um ein Drittel abgenommen – Tendenz weiter sinkend.

    An Briefes Stelle behauptet sich die E-Mail, knapp gefolgt von WhatsAPP, SMS, MMS und dergleichen – Tendenz steigend.

    Zwar ändern sich die Kanäle, ein Problem bleibt: die gute deutsche Sprache (oder die englische oder französische), mit der gearbeitet wird, um eine Botschaft zu vermitteln. Ob Brief oder E-Mail – wer schreibt, muss vorher denken.

    Bleiben wir bei den E-Mails. Was uns täglich erreicht, ist an schlechtem Stil, fehlenden Satzzeichen, kreativer Rechtschreibung und wirrem Aufbau nicht zu überbieten. Dabei ist alles doch ganz einfach: Der Absender will vernommen, vor allem aber verstanden werden. Deshalb: korrekte Anrede, korrekte Rechtschreibung und Interpunktion. Vor allem beim Smartphone ein gefährliches Spiel: Zeitdruck, dicke Finger und Ablenkungen aller Art machen E-Mails für den Empfänger zu Folterinstrumenten. Dass das Image des Absenders entsprechend leidet, muss nicht näher erklärt werden. Und bitte: Kommen Sie schnell, aber höflich auf den Punkt. Fügen Sie Details hinzu, die der Adressat, die Adressatin braucht, um das Geforderte zeitnah abzuschliessen.

    In der Kürze liegt die Würze. Auch bei E-Mails. Denn dem Scrollen grollt der Empfänger. Ziel ist eine Textlänge, die auf einen Bildschirm passt. Selbstverständlich muss auch die Betreffzeile passen. Bevor Sie auf «senden» klicken, sollten Sie diese genau überprüfen. Der Empfänger soll sofort sehen, um was es geht. Schnell und schnörkellos.

    Und bitte keine unnötigen cc. Senden Sie nur jenen die Nachricht, die sofort verstehen, warum ausgerechnet sie diese E-Mail erhalten. Das gilt auch für Blindkopien.

    Selbstverständlich ist auch, dass E-Mails innerhalb nützlicher Frist beantwortet werden. So in maximal 24 Stunden.

    P.S. Toxisch sind Meldungen mit Icons oder Emoticons. Die feiern bei postpubertär Verliebten Urständ – in der Geschäftskommunikation nicht nur ein «No go», sondern einfach nur peinlich.

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Soll ich, oder soll ich nicht?02. November 2015

    Die Fluggesellschaft Swiss rechnet damit, Tagungsveranstalter rechnen damit, und auch wir rechnen ab und zu damit: mit dem Nichterscheinen, den sogenannten «No-Shows». Seien wir ehrlich: Auf den ersten Blick ist die Einladung verlockend; interessantes Thema, spannende Referenten und einmal weg vom Bürostuhl. Mit einer kurzen E-Mail oder einer vorfrankierten Karte ist die Anmeldung subito erledigt. So weit, so gut.

    Spätestens am Vorabend ist die Euphorie verflogen – das E-Mail-Postfach quillt über, die Arbeit wurde nicht weniger und dann noch die mühsame Anreise. Bis zu 15 Prozent der Angemeldeten werden daher den Weg an die Veranstaltung nicht schaffen (Beispiel «Perspektiven Zentralschweiz»). Das stellt die Veranstalter vor Herausforderungen. Sie müssen die «No-Shows» einrechnen, sollen nicht ganze Sitzreihen leer bleiben. Und so ist der Organisator paradoxerweise über jeden Zehnten froh, der nicht erscheint.

    PS: Wer glaubt, dass «No-Shows» ein neuzeitliches Phänomen sind, irrt. Dies zeigt exemplarisch ein Artikel des deutschen Magazins «Der Spiegel» aus dem Jahre 1976. Darin wird erwähnt, dass Lufthansa-Flüge mit 5 bis 20 Prozent überbucht würden.

    Philipp Hodel

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  • Einmal Experte, immer Experte26. Oktober 2015

    In der Welt tummeln sich Experten. Über Abnehm-, Adels-, Astrologie- und Aviatik-Experten hinaus liesse sich die Aufzählung endlos erweitern. Wer es in die Experten-Gilde schafft, erhält eine fixe Karteikarte in den Redaktionen unserer Medienlandschaft. Schnell verfügbar, haben diese Personen immer ein druckfertiges Statement auf Lager. Denn Experten geben einem Artikel die nötige Glaubwürdigkeit. Das führt so weit, dass sogar «Royal-Baby-Experten» ihren Auftritt bekommen. Je nach Situation machen Experten Sinn. Wird ein Thema immer wieder durch die gleiche Stimme kommentiert, sehnt sich der Leser früher oder später nach Abwechslung.

    PS: Als Recherche-Experte stiess ich auf Wikipedia auf folgenden Satz: «Die Bezeichnung Experte ist rechtlich nicht geschützt.»

    Philipp Hodel

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  • Quo vadis? – Wohin gehst du?19. Oktober 2015

    Wer von uns hat nicht schon an einer Veranstaltung mit dem Titel «XX – Quo vadis?» teilgenommen? Die Verwendung dieser zwei lateinischen Wörter ist fast schon inflationär. «Quo vadis» eignet sich für alles und jeden. Vor allem für jene, die keinen richtig guten Titel für ihre Veranstaltung finden.

    «Quo vadis?» – «Wohin gehst du?», das fragte schon Apostel Simon Petrus auf seiner Flucht aus Rom Jesus. Seither fragten sich Tausende und Abertausende von Referenten an Veranstaltungen das Gleiche? «Orchester Coaching – quo vadis?», «Medtech-Industrie – quo vadis?», «Finanzplatz Schweiz – quo vadis?». Zugegeben: Die meisten Fragen sind nicht leicht zu beantworten.

    Andere schon.

    «Retrozession – quo vadis?» – zurück in die Taschen der Anleger.

    «Weissstorch – quo vadis?» – über den Winter nach Afrika.

    «Cannabis – quo vadis?» – alles schon verkifft.

    «Der Franken – quo vadis?» – frage ich mich auch häufig.

    «Ferien – quo vadis?» – viel zu schnell vorbei.

    «Fifa – quo vadis?» würde wohl besser heissen: «Blatter – quo vadis?» – ins Oberwallis zurück.

    Wer eine Veranstaltung plant, sollte sich die Mühe nehmen, einen guten Titel dafür zu finden. Eine griffige Headline – ein guter Aufhänger – lockt das Publikum an. Dafür lohnt es sich, genügend Zeit und Kreativität zu investieren.

    PS: Ich besuche selbst schon lange keine «Quo-vadis»-Veranstaltungen mehr. Meistens lohnt es sich nicht, hinzugehen. Das hat mich die Erfahrung gelehrt. Ein Referent, der nicht mal einen aussagekräftigen Titel hinkriegt, hat in der Regel auch sonst wenig zu sagen.

    Paul Felber

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  • Zahlen lügen nicht12. Oktober 2015

    In der Schweiz werden periodisch die Daten zum Medienkonsum erhoben. In diesen Tagen sind nun die neusten Zahlen zum Leseverhalten von Herr und Frau Schweizer von der AG für Werbemedienforschung (Wemf) erschienen. Schwarz auf weiss wird schonungslos aufgedeckt, welche Titel zugelegt und welche in der Gunst der Leserinnen und Leser Anteile abgeben mussten. Zahlen lügen bekanntlich nicht und halten in diesem Fall den Verlegern und Zeitungsmachern schonungslos den Spiegel hin. Interessant und immer wieder faszinierend ist es, zu beobachten, wie die einzelnen Zeitungen und Zeitschriften die sie betreffenden Zahlen interpretieren und gegenüber der eigenen Leserschaft kommunizieren. Wie die berühmte Nadel im Heuhaufen wird im ganzen Zahlendschungel nach positiven Werten des eigenen Titels gesucht, die dann als Erfolgsstory aufgemacht werden. In dieser Hinsicht hat sich in all den Jahren überhaupt nichts geändert.

    Beat Christen

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  • Kennen Sie Ihren Social-Media-Einfluss?05. Oktober 2015

    Klout ist ein in den USA 2008 gegründetes Unternehmen. Es misst den Einfluss von Unternehmen, Marken und Menschen in den sozialen Medien. Die Bewertungsskala reicht von 0 bis 100. Zur Bestimmung des «Klout-Score» werden Datensätze aus den Social-Media-Profilen ausgewertet. Zu den wichtigsten gehören Facebook, Google+, Instagram, LinkedIn, Twitter und YouToube. Die detaillierte Messmethode ist wie beim Google-Algorithmus Geheimsache.

    Was in unseren Breitengraden eher für narzisstisch veranlagte Menschen von Interesse ist und nach einer Spielerei tönt, ist in den USA bereits eine harte Währung. Vor allem Technologie und Marketingunternehmen legen im Bewerbungsverfahren Wert auf einen hohen Klout-Wert.

    PS: Für Klout ist Ihre gesamte Offline-Kommunikation wertlos. Es stehen harte Zeiten an für Ihre Golfplatzkameradschaften, Studentenverbindung oder Stammtischrunde.

    Philipp Hodel

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  • Marketing der Nationen: Expo28. September 2015

    Was die Misswahlen für Frauen, der Oscar für die Filmbranche, ist die Expo für Nationen. 20 Millionen Besucher werden an der bis zum 31. Oktober dauernden Leistungsshow in Mailand erwartet.

    Der Schweizer Auftritt steht unter dem Motto «Reicht es für alle?» Im Fokus steht die Ressourcenknappheit. Höhepunkt ist der Besuch der mit Lebensmitteln gefüllten Türme, woraus sich die Besucherinnen und Besucher bedienen dürfen. Die Waren werden bis zum Ende der Expo nicht nachgefüllt. Da bei grossem Besucheransturm nicht alle Tagesbesucher in den Pavillon gelassen werden können, bleibt die Frage, ob es für alle reiche, wohl eher obsolet: Nein. Von der Idee her gefällt der Schweizer Auftritt. Aber ob damit die quirlige Masse erreicht wird? Etwas mehr Eigenwerbung für die Schweiz hätte nicht geschadet. Andere Länder nehmen es mit der mottogetreuen Umsetzung des Expo-Themas «Feeding the planet, energy for life» weniger erst. Sie setzen stärker auf die Präsentation ihrer touristischen Vorzüge.

    Wie strategisches Ländermarketing funktioniert, zeigt unter anderem der US-Pavillon. Der Grossproduzent von genetisch veränderten Lebensmitteln präsentiert sich mit seinen vertikalen Gärten kurzerhand als Musterknabe von gesunden, lokal produzierten Lebensmitteln.

    PS: In einem Punkt sind sich Misswahlen und die Expo gleich: Schön anzuschauen, über Sinn und Zweck lässt sich streiten.

    Philipp Hodel

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  • Das Netz hebelt die Dunbar-Zahl aus21. September 2015

    Wie viele Freunde kann ein Mensch haben? Tausende offenbar, wie man auf Facebook oder anderen sozialen Medien im Internet beobachten kann. Das Netz hebelt die Dunbar-Zahl aus.

    Der britische Psychologe und Verhaltensforscher Robin Dunbar geht davon aus, dass ein Mensch in der Lage ist, mit etwa 150 Personen (Dunbar-Zahl) eine Beziehung mit einem relativ umfassenden Wissen zu pflegen. In den virtuellen Netzwerken im Internet gibt es jedoch immer wieder Personen mit Hunderten von Kontakten. Sind diese demnach überwiegend wertlos? Nicht unbedingt, sagt die neue Forschung. Es haben nicht alle Kontakte die gleiche Wertigkeit. Manche sind wichtiger und enger, andere eher flüchtig. Die virtuellen Netzwerke tragen durch ihre Orientierungs- und Erinnerungshilfe für das Gehirn dazu bei, die Anzahl der eher flüchtigen Kontakte zu erhöhen. Das Gehirn vergisst, die Datenbank nicht.

    PS: Die virtuellen Kontakte via Facebook, Linkedin oder XING sind kein Ersatz für persönliche Beziehungen, aber wertvolle Ergänzungen.

    Paul Felber

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  • Was für eine Ente!14. September 2015

    Presse und Ente. Das passt. Zwar weniger die Entenpresse in der Gourmetküche als vielmehr das Federvieh als Synonym für Falschmeldungen – und als Marke für ein Medium, das seit 100 Jahren erfolgreich ist. Die französische Satirezeitung «Le Canard enchaîné» verblüfft. Auch weil sie sich konsequent dem Digitalen verweigert. Dass dabei – en plus – auch noch jährliche Gewinne und ein geschätztes Vermögen von 120 Millionen Euro resultieren sollen, macht die Story noch fetter.

    Wikipedia bezeichnet die Zeitungsente als «eine Falschmeldung in der Zeitung». Über deren Begriffsherkunft herrscht in der «freien Enzyklopädie» Unklarheit. Die Online-Plattform spricht von einem Transfer vom französischen in den deutschen Sprachgebrauch: «donner des canards» (Enten geben, also lügen) oder «vendre des canards à moitié» (Enten zur Hälfte verkaufen, also nicht ganz die Wahrheit sagen).

    Soweit die Zeitungsente als solche. Keine Falschmeldung ist die französische Satirezeitung «Canard enchaîné». Sie feiert in diesen Tagen ihren 100. Geburtstag – ohne Internet und ohne App, dafür mit einer wöchentlichen Auflage von 400 000 Exemplaren (ohne Werbung) und einem aktuellen Jahresgewinn von 2,4 Millionen Euro. Das Vermögen der «Ente in Ketten» beträgt 120 Millionen Euro. Das jedenfalls ist der deutschen Journaille «Tagesspiegel» zu entnehmen, die mit Erik Empatz, seit 25 Jahren Chefredaktor des «Canard enchaîné», ein Interview geführt hat. Auf die Frage nach einem Internetauftritt ist die Antwort kurz und knapp: «Sie mögen uns konservativ nennen: Wir erscheinen nicht im Netz.» «Pas mal», mag man da kommentieren und sich die Augen reiben: Gewinne ohne Netz? Da schwimmt die «Ente in Ketten» also gegen den Strom und straft jene Lügen, welche den Print im Sarg sehen. Acht Seiten umfasst das Schwarz-weiss-Blatt, das jeweils am Mittwoch Frankreichs Politikern den Angstschweiss auf die Stirn treibt. Im Fokus die indiskrete Seite 2, wo die Gerüchteküche brodelt, wo die Satire-Post abgeht. Das «Canard»-Konzept beruht auf dem USP der Verballhornung aller, die sich zu wichtig nehmen und irgendwas zu verdecken haben – primär ist das ja der Spezies Politiker vorbehalten. Da soll es schon vorgekommen sein, dass Minister ihren Rauswurf aus einer «Ente» erfahren durften, die denselben denn auch eingeleitet hatte.

    Irgendwie fasziniert die Enten-Insel im digitalen Ozean. Vielleicht lässt sie den einen oder anderen Verleger insofern in Gedanken über die Bücher gehen und überprüfen, ob weniger die Echtzeitinformation als vielmehr das Hintergründige Leserinnen und Leser fesselt. Und wenn es auch noch Platz hat für Satire und Humor, kann das ja auch nicht schaden. Es muss ja als Folge nicht gleich ein Minister entlassen werden.

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Joggende Ameisen07. September 2015

    Was haben Eier auf dem Dach und joggende Ameisen gemeinsam? Sie befinden sich im selben Restaurant. Das tönt leicht dadaistisch, hat aber einen realen Hintergrund.

    Vor Reisen informiere ich mich im Internet gerne über Ausflugs- und Ausgehmöglichkeiten. Gut essen gehört auch dazu. Auf TripAdvisor habe ich kürzlich folgenden Eintrag über ein indisches Restaurant an meinem künftigen Feriendomizil gefunden. Google hat den Text für mich übersetzt.

     «Das Essen war köstlich, insbesondere Chicken pakoras für Vorspeise. Wir hatten ein Huhn biriyani jedes und es war anders, als zu Hause aber nicht besonders in einem schlechten Weg, es hat mir mehr Spaß gemacht, als mein Partner haben. Kein Ei auf dem Dach und nur 1 Pot Curry Sauce war zwischen uns.»

    Das sieht zwar auf den ersten Blick verlockend aus. Andererseits erwarte ich von einem guten Restaurant eben schon ein Ei auf dem Dach. Stutzig gemacht hat mich dann allerdings folgender Beitrag: «Schock Horror – die Hälfte Weg durch unsere Mahlzeit bemerkten wir eine Kakerlake krabbeln aus der Holztäfelung an den Wänden! Wir haben auch beachten, dass dort ein paar Ameisen joggen entlang der Spitze der Holztäfelung.»

    P.S. Soll ich mir von ein paar joggenden Ameisen den Appetit verderben lassen? Ich glaube nicht. Ich treibe ja selber gerne Sport.

    Paul Felber

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  • Sind rote Wirtschaftszahlen immer schlecht?31. August 2015

    Das Minus an den chinesischen Aktienmärkten war gewaltig, weltweite Kursverluste waren die Konsequenz. Die Presse griff das Ereignis dankbar auf und lieferte Hintergrundberichte und Expertenmeinungen. Um den Untergang der chinesischen Börse sowie die Verzweiflung der Anleger zu zeigen, dürfen Bilder nicht fehlen. Immer wieder erscheinen schnell verfügbare Archivaufnahmen von Börsenhändlern oder Privatanlegern mit über dem Kopf gekreuzten Armen. Dazu, im Hintergrund und schwach lesbar, tiefrote Börsenzahlen. Eigentlich ein perfektes Bild – mit einem kleinen Schönheitsfehler. Falls damit die Situation auf dem chinesischen Börsenparkett symbolisiert werden sollte, stimmt die Farbe nicht. Sinkende Kurse werden im Reich der Mitte mit grünen Zahlen dargestellt. Rot steht für Freude, Glück und Wohlstand.

    PS: Mittlerweile existieren übrigens bereits etliche Archivbilder mit grünem Hintergrund. Für knapp 10 Prozent der Männer ist dieser Beitrag übrigens irrelevant: Sie haben eine Rot-Grün-Sehschwäche oder -Blindheit.

    Philipp Hodel

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  • Storytelling – mit Geschichten kommunizieren17. August 2015

    Wir leben in einer narrativen Welt, in der die Geschichte, die Story, zunehmend ins Zentrum der Wertschöpfung rückt. Das betrifft Unternehmen wie Marken. Storytelling beeinflusst zunehmend die strategische Kommunikation. Denn Storys schaffen Identität und Öffentlichkeit – und damit auch Gewinn. Storys sind notwendig, um verstanden zu werden. Storys machen das Unternehmen wie die Marke einzigartig und nicht austauschbar. Über gute Storys werden das Unternehmen wie auch dessen Ziel- und Anspruchsgruppen selber zur Story – oder wie es US-Lehrbücher verkünden: «Don’t tell a story, be a story.» Mit den neuen Medien erreicht das Storytelling eine neue Dimension. Dank viraler Verbreitung in Echtzeit wird die Story (mit) erlebbar. Das alles braucht eine klare und verständliche Idee und ein Konzept, das konsequent umgesetzt wird. AKOMAG hat ein Storytelling-Modell entwickelt.

    Ronald Joho-Schumacher

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    Richard Scherrer am 17.08.2015 16:29

    Roni, Du bist einfach ein nie ermüdender, unerschöpflicher Ausbund von Kreativität. Komm mich mal besuchen am neuen Ort. Lieber Gruss Richard

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  • Fallgrube «Rede»10. August 2015

    Die Rede zum 1. August ist vergessen. Vergessen? Vielleicht aber auch nicht, weil sie gar nicht erst wahrgenommen wurde. Zwar wurde viel geredet, aber wenig gesagt. An dieser Stelle ist also die Rede von der guten Rede.

    Ob in der Politik oder in der Wirtschaft: Gesucht ist die Rede, die bleibt – wenn auch nur für eine bestimmte Zeit. Das ist ein rhetorischer Bergpreis. Oder wie es Wolf Schneider, der deutsche Grossmeister des Wortes, einmal formuliert hat: «Bei einer guten Rede muss sich einer anstrengen, entweder der Zuhörer oder der Redner.»

    Oft sind es die Zuhörer, die nach drei Minuten die Flagge streichen – zu langweilig, zu belanglos. «Where is the Beef?» Eine perfekte Gelegenheit, die E-Mails auf dem Smartphone zu checken oder Geburtstagswünsche per SMS zu versenden. Hauptsache weg von dem, was da gerade live geboten wird.

    Dabei ist es eigentlich ganz einfach.

    Ich kenne die Zuhörerschaft. Das Thema passt, die Story ist rund. Will heissen: gut recherchieren. Entscheidend ist auch die Struktur. Auch hier gilt: Das Konzept ist die halbe Miete. Es braucht einen starken Anfang, eine fesselnde Mitte und die Pointe am Schluss. Das Finale entscheidet, ob das Gesagte irgendwie hängen bleibt. Und bitte keine Schachtelsätze; das unterscheidet den Redner vom Schriftsteller. Ganz abgesehen von den Nebensätzen, die schnell zu Nebenkriegsschauplätzen werden. Fehlende Füllwörter, Formulierungen im Passiv und dem Konjunktiv abschwören lassen Hoffnung auf ein Gelingen des Vortrags aufkommen.

    Oft erlebe ich als Zuhörer, dass dem Vortragenden (oder seinem Ghostwriter) beim Verfassen der Rede wohl der Schnauf ausgegangen ist. Denn er flüchtet sich in eine wahre Zitat-Orgie. Also. Das Zitate-Handbuch zur Seite legen. Besser sind Zahlen mit Vergleichszahlen und wasserdichte Fakten. Die Story soll Bilder im Kopf der Zuhörer produzieren. Auch gut sind Beispiele – wenn möglich aus dem täglichen Leben; die Zuhörer werden es Ihnen danken. So holt man sie ab. Zur Vorsicht rate ich bei Witzen und beim Einsatz von Ironie – das ist das Hoheitsgebiet der Stammtisch-Redner.

    Und steht sie dann, die Rede, dann heisst es üben, üben, üben. Vor allem, wenn der Text aus der Feder eines Ghostwriters stammt. Es gibt für die Zuhörer nichts Schlimmeres als Reden, die buchstabengetreu abgelesen werden. So entsteht kein Spannungsbogen, die beste Pointe geht bachab. Suchen Sie eine Person, die Ihrer Zuhörerschaft (Zielgruppe) entspricht, und tragen Sie ihr die Rede vor. Nehmen Sie Kritik auf, seien Sie keine Mimose; es gereicht zu Ihrem Nutzen.

    PS: Meine Reden kriegt seit 30 Jahren meine Frau zu lesen. Ich muss mir noch heute vieles anhören, aber es bringt mich jedes Mal weiter.

    Ronald Joho-Schumacher
    Ghostwriter

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  • Briefträger beisst Hund31. Juli 2015

    Wie definiert sich der Newswert einer Nachricht? Das haben sich viele Unternehmen schon oft gefragt, wenn sie eine – in ihren Augen – relevante Mitteilung an die Medien verschicken und keine einzige Silbe je darüber publiziert wird. Sie wundern sich deshalb häufig, welche belanglosen Meldungen den Weg in die Medien finden.

    Folgende Kriterien geben den Ausschlag:

    • «Bad news are good news»
    • Neuheitsgehalt
    • Abweichung von der Norm
    • Konflikte
    • Nähe

     

    «Hund beisst Briefträger» wird nie eine Meldung wert sein. «Briefträger beisst Hund» hingegen schon. Dass die Medien nach diesem Prinzip funktionieren, konnte man kürzlich wieder feststellen. Auf Krienser Boden gibt es eine Gruppe von jungen Leuten, die in umgebauten Bauwagen wohnt. Nun sind sie vom Südpol auf das Areal Nidfeld umgezogen. Etwa 200 Meter Luftdistanz. Die bunte Truppe besteht aus lediglich rund zehn Personen, und trotzdem hat sie es erneut in die Medien geschafft. Zum wiederholten Mal.

    Weshalb?

    Wer auf jeglichen Luxus verzichtet, nicht in einer Wohnung lebt und keiner regelmässigen Arbeit nachgehen will, weicht von der Norm ab. In umgebauten Bauwagen zu leben und fremde Grundstücke zu besetzen, ist unüblich. Zudem birgt diese Lebensweise erhebliches Konfliktpotenzial. Auf dem Nidfeld musste zuerst ein Tor aufgebrochen werden, bis man sich mit Sack und Pack auf dem fremden Areal niederlassen konnte. Dass der Grundeigentümer nicht erfreut ist, kann man nachfühlen. Auch die räumliche Nähe ist gegeben. Würde die Wagenburg beispielsweise in Basel zügeln, wäre das wohl eher nicht relevant.

    PS: Vielleicht spielt ja eine gewisse Sympathie für alternative und beschauliche Lebensformen, für eine Wagenburg-Romantik am offenen Feuer, bei den Journalisten auch eine Rolle bei der Definition des Newswertes.

    Paul Felber

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  • Wenn Finger sprechen27. Juli 2015

    Absender – Botschaft – Empfänger. Das hatten wir schon mal. Das funktioniert auch ohne Worte, manchmal sogar besser. Kürzlich war ich mit dem Velo unterwegs. Da hupt jemand neben mir, dass ich vor Schreck fast aus dem Sattel falle. Der hupende Autofahrer bohrt mit seinem Finger heftig an der Schläfe und gibt mir dann mit einer herrischen Geste zu verstehen, dass ich gefälligst den Radweg benutzen soll. Weshalb ich auf der Strasse fahre, weiss der Autofahrer jedoch nicht. Vielleicht habe ich als Ortsunkundiger schlicht und einfach die Einfahrt verpasst, als der Streifen plötzlich auf der linken Seite auftauchte. Vielleicht weiss ich, dass dieser Abschnitt nach jedem Regenfall mit Kies bedeckt ist. Oder vielleicht habe ich weiter vorne eine Familie mit Kindern gesehen, die ich nicht stressen wollte.

    Das aggressive Verhalten des Autofahrers jedenfalls empfand ich als unnötig. Das habe ich ihm ebenfalls mit einem unmissverständlichen Fingerzeig kundgetan. Der Autofahrer und ich haben uns also bestens verstanden, ohne ein einziges Wort zu wechseln. Absender – Botschaft – Empfänger. Das Prinzip bleibt sich auch nonverbal treu.

    PS: Ich kenne sogar einen Witz ohne Worte. Den kann ich Ihnen hier allerdings nicht erzählen, weil er ja ohne Worte ist.

    Paul Felber

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  • Der Teufel steckt im Detail20. Juli 2015

    Was dem Automatikmonteur der Schraubenzieher, ist dem Kommunikationsfachmann der Internetauftritt. Beide Fachleute sprechen sehr differenziert über ihre Arbeitsinstrumente. So existieren Schraubenzieher für Schlitz-, Kreuz-, Pozidriv- oder Torx-Schrauben, um nur ein paar Exemplare zu nennen. Jedes Werkzeug erfüllt einen eindeutigen Verwendungszweck. Ähnlich verhält es sich mit den Internetbegriffen. Denn allzu oft werden die Begriffe Homepage, Website oder Webseite durcheinandergebracht. Während mit dem falschen Schraubenzieher keine Schraube festgezogen werden kann, haben hingegen falsch gewählte Begriffe im Internet kaum Auswirkungen auf die Arbeit. Trotzdem klären wir hiermit gerne auf:

    Homepage: Startseite oder Ausgangspunkt eines Internetauftritts.

    Website: Gesamtheit aller Webseiten; Synonyme sind Webauftritt oder Internetauftritt

    Webseite: Einzelne Seite einer Website

    Philipp Hodel

    PS: Natürlich beraten wir Sie gerne auch in Fragen zu Ihrer Homepage.

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  • Achtung, Baby on Board!10. Juli 2015

    Kommunikation ist in der Theorie einfach: Absender – Botschaft – Empfänger. Aus Erfahrung in der Praxis wissen wir aber, dass Kommunikation sehr, sehr anspruchsvoll ist, weil die Botschaft oft nicht ganz klar ist und beim Empfänger manchmal völlig anders ankommt, als vom Sender beabsichtigt.

    Kennen Sie den kleinen Auto-Aufkleber «Baby on Board»? Was genau will uns der Besitzer oder die Besitzerin des Fahrzeuges damit mitteilen? Der Spruch ist eingerahmt von einem roten Dreieck. Das bedeutet: Gefahr. So viel ist mir von der Fahrschulzeit noch geblieben. Die Botschaft lautet demnach: Achtung, Baby on Board! Weil ich nicht davon ausgehe, dass vom Baby auf dem Rücksitz eines Autos eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht, liegt die Vermutung nahe, dass die Botschaft eher leicht verschlüsselt ist.

    Vielleicht: «Achtung, fahr mir nicht ins Heck, Baby on Board!» Mit Verlaub: Das würde ich auch ohne Aufkleber nicht tun, schon im eigenen Interesse nicht.

    Manchmal hege ich jedoch den Verdacht, die Botschaft des Fahrers könnte noch etwas kryptischer sein. Etwa: «Bitte nicht drängeln. Früher bin ich mit hundert Sachen den Gotthard hochgebrettert, nun muss ich es vorsichtiger angehen lassen, weil mir der Kleine sonst nach jeder zweiten Kurve den Rücksitz vollkotzt.»

    Oder: «Bisher habe ich mit meinem Sportflitzer die Girls beeindruckt, nun muss ich leider diese biedere Familienkutsche fahren. Grund: siehe Aufkleber.»

    Aber vielleicht lautet die Kernbotschaft schlicht und einfach: «Wir sind unheimlich glückliche und stolze Eltern.» Diese Variante, wohl die häufigste, nehme ich gerne zur Kenntnis und finde sie unheimlich sympathisch.

    PS: Damit Laien nicht merken, dass Kommunikationstheorie eine derart simple Sache ist, sprechen wir Profis selbstverständlich nicht von Absender und Empfänger, sondern von Kommunikator und Rezipient.

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  • «Nicht offensiv kommuniziert»02. Juli 2015

    Die geplante neue Wirtschaftsfakultät der Universität Luzern soll mit Spendengeldern finanziert werden. So wurde es den Stimmberechtigten 2014 versprochen. Eine knappe Mehrheit hat damals dem Projekt zugestimmt. Bis jetzt sind jedoch nicht genügend Spendengelder zusammengekommen. Die neue Fakultät wird trotzdem eröffnet. Mit einem Teil des Eigenkapitals der Uni.

    Der Luzerner Regierungsrat Reto Wyss erklärt das in der Neuen Luzerner Zeitung so. Zitat: «Wir haben stets betont, dass für den Aufbau keine Mittel der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen. Diese Bedingung ist jetzt erfüllt. Ein Zugriff auf das Eigenkapital war immer eine Option, sie wurde aber nie offensiv kommuniziert.»

    Die Formulierung «nie offensiv kommuniziert» gefällt mir. Ich werde sie in meinen Sprachschatz aufnehmen. Verschwiegen – beziehungsweise «nicht offensiv kommuniziert» – wird derzeit auch, wie viel Sponsorengeld bereits geflossen ist, respektive noch fehlt, wie gross der Eigenkapitalanteil der Uni ist und wie viele Studenten sich einschreiben werden. In der Fussballer Sprache würde man sagen: Solide Defensive, offensiv muss das Team noch zulegen.

    P.S. Anschlussfrage. Woher kommt das Eigenkapital der Uni? Eventuell von der öffentlichen Hand?

    Paul Felber

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  • Übe(r)forderte Polizei29. Juni 2015

    Kürzlich konnte man den Medien entnehmen, dass die Hälfte aller Polizeianwärter an der Deutschprüfung scheitert und deshalb zurückgewiesen werden. Da laufen natürlich alle Polizeiwitze-Erzähler sofort zur Höchstform auf. Ich habe mir die Mühe genommen, einen kleinen Teil der Prüfung zu absolvieren. Und siehe da: Ich bin nicht fehlerfrei durchgekommen. Mit Futur I und II sowie mit dem Plusquamperfekt hatte ich keine Mühe. In einem Fall war ich jedoch nicht sicher: Ist das jetzt Konjunktiv I oder Konjunktiv II?

    Kann mir jemand erklären, weshalb ein Polizist wissen muss, was ein Konjunktiv I oder II ist oder wie man ein Verb im Plusquamperfekt dekliniert?

    Zur Ehrenrettung aller Polizeianwärter und zur Wiederherstellung meines angeschlagenen Selbstbewusstseins habe ich kurze Zeit später in der «Aargauer Zeitung» folgende Schlagzeile gelesen: «Facebook überfodert die Polizei.» Offenbar sind bisweilen auch Redaktoren und/oder Korrektoren überfo(r)dert. Nicht nur die Polizei.

    PS: Kennen Sie den? Am Schluss eines langen Aufnahmeverfahrens sind nur noch zwei Polizeianwärter übrig. Die letzte Frage lautet: «Nennen Sie zwei Automarken.» Sagt der Erste: «Jaguar und Merz.» Selbstsicher der Zweite: «Februar und April.» Das war’s dann.

    Paul Felber

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  • Schneller als Lucky Luke19. Juni 2015

    Comic-Westernheld Lucky Luke schiesst bekanntlich schneller als sein Schatten. Leserreporter machen ihm nun ernsthaft Konkurrenz. Mit ihren Handys schiessen sie seit geraumer Zeit aus allen Rohren. Beliebte Sujets sind dabei Bilder von Unfällen oder anderen aussergewöhnlichen Ereignissen. Jüngstes Beispiel ist der Car-Unfall zwischen Grafenort und Engelberg. Die Rettungskräfte waren kaum vor Ort, als schon die ersten Fotos vom Unfall im Netz kursierten. Online-Redaktionen wurden selbstverständlich ebenfalls bedient, und die wiederum setzten aus den vagen und alles andere als gesicherten Informationen der Leserreporter eine erste News-Meldung ab, was sehr oft einem Hüftschuss gleichkommt. Diese Meldung später nach Vorliegen gesicherter Fakten zu korrigieren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Denn einmal im Netz – immer im Netz. Und wer weiss, vielleicht wäre die Hand mit dem schnellen Finger am Abzug, sprich Auslöser an der Kamera, als helfende Hand bei der Ereignisbewältigung sinnvoller einzusetzen.

    Beat Christen

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  • Der Maler mit der Hausarzt-Adresse15. Juni 2015

    Dr. med. Martin J. Forster ist Arzt für allgemeine Medizin (FMH). Er betreibt in Steinhausen eine Praxis. Der Mann hat sich eine optimale Internet-Adresse gesichert, die viele seiner Kolleginnen und Kollegen sicher auch gern hätten, nämlich: www.ihrhausarzt.ch.

    Allerdings erhält Martin Forster damit Konkurrenz von ungewohnter Seite. Zwei läppische Bindestriche trennen ihn von einer katastrophalen «Cyberattacke». In Sursee nämlich existiert eine Website mit der Adresse: www.ihr-haus-arzt.ch. Und diese URL gehört nicht etwa einem Arzt, sondern Malermeister Trenkle. Sicher witzig, aber nicht unbedingt Suchmaschinen-optimiert und möglicherweise für ein Malergeschäft auch nicht das Gelbe vom Ei als E-Mail-Adresse (info@ihr-haus-arzt.ch).

    Paul Felber

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  • Die Suche nach dem USP08. Juni 2015

    Kürzlich in der Stadt Luzern. Tausende von Menschen sind unterwegs. In Business-Anzügen, mit Jeans – löchrigen und intakten –, mit Blusen oder T-Shirts. Alle irgendwie gleichförmig angezogen, manchmal schon fast Mainstream. Da taucht eine Person auf, die alle Blicke auf sich zieht. Sie ist zwar normal frisiert, trägt ein gewöhnliches T-Shirt, aber sie steckt in pinkfarbenen Leggins. Leggins? Was ist daran heutzutage schon auffällig?

    Der Pink-Leggins-Träger ist ein Mann.

    Ein Mann in leuchtenden, pinkfarbenen Leggins, eingebettet in die graue Rush-Hour-Masse bewegt sich durch die Stadt und alle Köpfe drehen sich um. Verblüffend, wie wenig es eigentlich braucht, um sich abzuheben, sich eine kleine Nische an Einzigartigkeit zu sichern.

    Unique selling proposition, kurz USP, gehört in der Unternehmensführung zu den Kernbegriffen. Was macht uns einzigartig? Wie können wir uns von unseren Mitbewerbern abheben? Was machen wir besser als andere? Das sind zentrale Fragen, die jedes Unternehmen beantworten muss, will es erfolgreich am Markt tätig sein.

    In der Wirtschaft genügen pinkfarbene Leggins allein nicht, ausser der CEO trägt sie bei einer Medienkonferenz. Publicity wäre garantiert.

    Paul Felber

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  • Altes Blech als Kommunikationshilfe27. Mai 2015

    Es gibt sie noch, die raren Momente in der heutigen Gesellschaft, wo noch von Angesicht zu Angesicht kommuniziert wird und die anonymen elektronischen Netzwerke alt aussehen lassen. Einige Oldtimerfahrzeuge genügen bereits, um Menschen unterschiedlichster Natur einander näher zu bringen. So geschehen am Pfingstwochenende in Sarnen und Engelberg beim Oldtimertreffen. Die Freude am alten Blech verbindet offenbar Generationen und lässt die Betrachter eintauchen in scheinbar schon längst vergessene Zeiten. Unweigerlich tauchen Fragen auf. Natürlich kann man die Antworten dazu heute auf dem Smartphone googeln. Die Fahrzeugbesitzer liefern die Antworten jedoch präziser und schneller als jede Suchmaschine und lassen in diesem Augenblick die modernen Kommunikationsmittel für einmal alt aussehen. Träumen von der guten alten Zeit? Ja, vielleicht.

    Beat Christen

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    Conrad Wagner am 01.06.2015 21:08

    Jedoch auch die Räder eines Oldtimers drehen vorwärts, nicht zurück, hoffen wir ...

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  • Stochern im Hundefutter19. Mai 2015

    Wie geht es weiter mit unseren Medien? Eigentlich weiss das niemand so genau. Es wird im Trüben gestochert. «Trial and Error» heisst die Losung. Also erhoffte ich Fleisch am Knochen von Veit Dengler. Der NZZ-CEO, seit eineinhalb Jahren im Amt, sprach unlängst vor Vertretern der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz im KKL Luzern. Er betonte die verlegerische Erbsünde, begangen vor bald zwanzig Jahren, indem Inhalte gratis verschleudert wurden. Jetzt werden Bezahlschranken aufgebaut. Ob da die geneigten Leser einsteigen? Nach Dengler schon, wie das die neusten (Tablet-)Abo-Zahlen zeigten. Und überhaupt: Die NZZ setzt voll auf Publizistik auf allen Kanälen, expandiert übers Internet ins nahe Ausland (www.nzz.at) und setzt, wie kann es auch anders sein, auf ein stringentes Kostenmanagement. Als Ergänzung zur Newsvermittlung in Echtzeit wie auch als Schutzwall gegen den Schrott aus dem Netz setzt die NZZ auf Einordnung und Hintergrund – feinste Navigation für eine anspruchsvolle Leserschaft. Das Blatt (und seine regionalen Ableger in Luzern und St. Gallen) kann sich dabei an der deutschen Wochenzeitung «DIE ZEIT» orientieren. Die praktiziert das seit dem Engagement von Chefredaktor Giovanni di Lorenzo mit Erfolg. Mit dem Fokus auf die Publizistik bleibt die NZZ-Gruppe bei dem, was sie kann. Das ist erfolgversprechend. Andere Medienunternehmen setzen auf Diversifikation: Ihre Verlagsleute müssen sich mit dem E-Commerce von buntem Allerlei, darunter Hundefutter, über Wasser halten.

    Ronald Joho-Schumacher

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  • Auf Entdeckungsreise in der Nidwaldner Wirtschaft04. Mai 2015

    Seit sieben Jahren gehen wir zweimal im Jahr in Nidwalden auf Entdeckungsreise und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Wirtschaftslebens. Wir besuchen Unternehmen und portraitieren sie für das Wirtschaftsmagazin «w.i.n.». So auch für die 16. Ausgabe, die kürzlich mit der «Neuen Nidwaldner Zeitung» an alle Haushaltungen des Kantons verteilt worden ist. Der Name des Magazins steht übrigens für «Wirtschaft in Nidwalden».

    Wer jetzt glaubt, dass ein flächenmässig so kleiner Kanton wie Nidwalden zu wenig wirtschaftsrelevante Themen bietet, wird beim Durchblättern der neusten «w.i.n.»-Ausgabe eines Besseren belehrt. Denn was wir seit der Erstausgabe in den letzten sieben Jahren gelernt haben ist: Es gibt sie in jeder Gemeinde, die innovativen Unternehmen. Man muss sie nur finden. Denn auf die Nase binden sie uns ihre Firmengeschichte nicht. Es sind unsere journalistische Neugierde und das sichere Gespür für interessante Geschichten, die uns den Weg zu innovativen Nidwaldner Unternehmen weisen. So etwa zur Firma Schiltrac Fahrzeugbau GmbH in Buochs oder zur Frey AG in Stans.

    Dies sind nur zwei von vielen interessanten Geschichten rund um die Nidwaldner Wirtschaft. Am besten machen Sie sich gleich selber auf die Entdeckungsreise und blättern in der neusten Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins «w.i.n.»

    Beat Christen

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